Continental Cruising Chauffeur

Der Cruising Chauffeurs gibt Fahrzeugen die Fähigkeit, auf Autobahnen die Fahraufgabe entsprechend den nationalen Verkehrsregeln komplett zu übernehmen. Bild: COntinental

Continental präsentiert die Funktion des Crusing Chauffeurs. Mit dem System adressiert der Zulieferer die Situation einer nicht erfolgten Übernahme der Fahraufgabe durch den Fahrer am Ende eines Autobahnabschnitts, etwa aufgrund gesundheitlicher Probleme des Fahrzeugführers. Das System kann das Fahrzeug sicher zum Stehen bringen. Ist der Cruising Chauffeur aktiviert, werden in einem zentralen Steuergerät, der Assisted & Automated Driving Control Unit (ADCU), die Daten der Umfeldsensoren wie Kamera, Radar und LiDAR ausgewertet. Die Algorithmen des Cruising Chauffeur entwickeln daraus ein 360-Grad-Umfeldmodell des Fahrzeugs. Kommt das Ende des Autobahnabschnitts näher, so wird der Fahrer je nach Situation rechtzeitig zur Übernahme der Fahraufgabe aufgefordert.

Damit das Fahrzeug erkennen kann, ob ein Fahrer anwesend ist und ob dieser bereit ist, die Fahraufgabe zu übernehmen, nutzt Continental eine Innenraumkamera und intelligente Algorithmen analysieren und interpretieren das Blickverhalten des Fahrers. Wie mit „künstlicher Empathie“ zieht das Fahrzeug damit Rückschlüsse darauf, wie stark der Fahrer noch am Verkehrsgeschehen beteiligt ist, oder ob er sich vollständig anderen Dingen widmet.

Greift der Fahrer nicht zum Steuer, wenn das Fahrzeug sich dem Punkt der Übernahme nähert, intensiviert sich die Informationsausgabe. Neben optischen und akustischen Kanälen, kann der Cruising Chauffeur der Übernahmeaufforderung auch durch Sitzvibration Nachdruck verleihen. Reagiert der Mensch am Steuer immer noch nicht, so leitet der Cruising Chauffeur das Minimum Risk Manöver ein. Dabei fährt das Fahrzeug entweder selbsttätig auf den Standstreifen und hält dort an oder – falls kein Standstreifen existiert beziehungsweise dieser blockiert ist – hält es mit eingeschaltetem Warnblinker entweder in der Fahrspur an oder fährt mit abnehmender Geschwindigkeit weiter, bis es einen passenden Haltepunkt findet.

Der Cruising Chauffeur ist redundant aufgebaut, um auch bei einem möglichen Ausfall einzelner Sensoren noch die Fahraufgabe beherrschen zu können. Dazu gehört neben der getrennten Vernetzung unterschiedlicher Sensorarten auch die Safety Domain Control Unit (SDCU) als zweiter Automationspfad neben der ADCU. Auch ein möglicher Ausfall eines Sensors wird von einer ständig mitlaufenden Überwachungsebene namens Safety Manager erkannt. Das Continental Tochterunternehmen Elektrobit (EB) hat hier mit EB tresos Safety eine Lösung für den Cruising Chauffeur beigesteuert.