Takata-Airbags im Innenraum eines Fahrzeugs.

Der Hersteller von Insassenschutzsystemen Takata steht wegen der umfangreichen Rückrufe seiner Airbags finanziell ohnehin schon stark unter Druck. Bild: Takata

Die Klage richtet sich neben Takata gegen Honda, Ford, Toyota, BMW, Mazda, Subaru, Mitsubishi, Nissan, Fiat Chrysler, Volkswagen, Audi, Ferrari, General Motors, Jaguar und Mercedes-Benz USA. Sprecher von Takata, GM und VW wollten das Thema auf Nachfrage nicht kommentieren. Von Daimler hieß es, man halte die Klage mit Bezug auf Mercedes-Benz für unbegründet und werde sich mit allen Rechtsmitteln dagegen wehren. Die anderen Unternehmen äußerten sich zunächst nicht.

Defekte Takata-Airbags, die zu kräftig auslösen, Teile der Metallverkleidung sprengen und durch den Fahrzeuginnenraum schleudern können, machen der Autoindustrie schon lange zu schaffen. In den USA wurde deshalb der Rückruf von 42 Millionen Fahrzeuge angeordnet. Die US-Verkehrsaufsicht geht von mindestens elf Todesfällen und 184 Verletzten im Zusammenhang mit dem Problem aus.

Die am Dienstag (Ortszeit) publik gemachte Klage in New Mexico folgt nur wenige Tage nach einem Vergleich zwischen Takata und dem US-Justizministerium, bei dem das Unternehmen kriminelle Vergehen eingestanden und Strafen in Höhe von einer Milliarde Dollar akzeptiert hatte. Von einer Mittäterschaft der Autobauer war dabei allerdings keine Rede. Im Gegenteil hieß es bei dem Vergleich, dass Takata auch die Abnehmer seiner Airbags mit gefälschten Ergebnissen von Sicherheitstests getäuscht habe.

Wegen mangelnder Kooperation im Airbag-Skandal hatte die US-Verkehrsaufsicht NHTSA Takata bereits im November 2015 ein Bußgeld in Höhe von bis zu 200 Millionen Dollar aufgebrummt. Es war die bis dato höchste Strafe in der Geschichte der Behörde. Takata musste 70 Millionen Dollar sofort in bar zahlen. Weitere 130 Millionen wurden angedroht, falls sich das Unternehmen nicht an Vereinbarungen hält oder es weitere Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften gibt.