Die ersten 500 Meilen sind geschafft: US-Zulieferer Delphi hat einen hochgerüsteten Audi SQ5 auf

Die ersten 500 Meilen sind geschafft: US-Zulieferer Delphi hat einen hochgerüsteten Audi SQ5 auf die autonome Tour durch die USA geschickt. Im Hintergrund die Ingenieure, die die Rekordfahrt begleiten. Bild: Delphi

Die 5.630 Kilometer lange Tour ist in den US-Medien ein Riesenthema. Kameras verfolgen das Fahrzeug auf jedem Kilometer, große Sender wie ABC berichten quasi live. Gestartet wurde die bislang längste Route für ein selbstfahrendes Auto am Sonntag (22. März) in San Francisco. In 10 Tagen soll der mit Sensoren, Radar und Assistenzsystemen vollgepackte SQ5 New York erreichen. Weil die Systeme noch nicht reif sind für alle Wetterlagen, wurden mehrere Routenvarianten gewählt.

Auf den ersten 500 Meilen von San Francisco bis in die Region Phoenix war das Wetter kein Thema – dafür der Stadtverkehr. Während das autonome Fahren auf den Highways von Technologieführeren wie Bosch, Conti oder eben Delphi weitgehend beherrscht wird, ist eine der spannenden Fragen, wie sich die Systeme im Verkehrsgewusel einer Großstadt bewähren würden. Für die Delphi hieß die Herausforderung bereits am zweiten Tag Los Angeles. Die Herausforderung: Verkehr von allen Seiten, Spurwechsel, Blinker setzen, autonomer Abbiegevorgang. Nach Durchfahren der Stadt schnauften die Techniker durch: Mission ohne Zwischenfälle erfüllt. Inzwischen ist der Audi in der Region Phoenix unterwegs.

Schafft es der Delphi bis New York, wäre dies die bisher längste Tour eines selbstfahrenden Fahrzeugs durch die USA. Audi hatte Anfang des Jahres für Aufsehen gesorgt, als der Konzern ein umgerüstetes Fahrzeug des Modells A7 rund 900 Kilometer vom Entwicklungslabor im Silicon Valley in rund zwei Tagen zur Technik-Messe CES in Las Vegas fahren ließ.

Delphi musste für die Fahrt nach New York mit mehreren Bundesstaaten verhandeln, in denen es noch keine Gesetze für den Betrieb selbstfahrender Autos gibt. Alle hätten eine Genehmigung erteilt, auch wenn einige darauf bestanden hätten, dass der Fahrer zumindest eine Hand am Steuer behalte, sagte der Chef des Delphi-Labors im Silicon Valley, John Absmeier. Am ersten Tag legte der Wagen 380 Meilen (rund 610 Kilometer) zurück, wie Delphi beim Kurznachrichtendienst Twitter berichtete.

Mit der Rekordfahrt will der US-Zulieferer seine Gesamtkompetenz im Bereich des autonomen Fahren untermauern. Derzeit baut Delphi einen Baukasten auf, aus dem sie OEMs sowohl einzelne Assistenzsysteme anbieten wollen wie auch Komplettsysteme.

Delphi informiert über den Kurznachrichtendienst Twitter fortlaufend über die Tour.

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Frank Volk