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1,2 Millionen Diesel-Hardware-Nachrüstungen: Für Baumot geht Vorstandschef Marcus Hausser in den kommenden Jahren von rund 100.000 Einbausätzen bei Pkw aus, bei leichten Nutzfahrzeugen von knapp 40.000 Nachrüstungen. Bild: Baumot

Der Nachrüstanbieter Baumot rechnet in den kommenden Jahren mit möglicherweise mehr als 1,2 Millionen Hardware-Nachrüstungen bei Dieselautos in Deutschland. Dieses Marktpotenzial sei unter anderem aus Zulassungszahlen in von Dieselfahrverboten bedrohten Städten und Erfahrungswerten früherer Umrüstungen abgeleitet, sagte Baumot-Technikvorstand Stefan Beinkämpen am Donnerstag (31. Januar 2019) in Frankfurt. Für Baumot geht Vorstandschef Marcus Hausser in den kommenden Jahren von rund 100.000 Einbausätzen bei Pkw aus, bei leichten Nutzfahrzeugen von knapp 40.000 Nachrüstungen.

"Wir haben in dieser Woche die erste allgemeine Betriebserlaubnis beim Kraftfahrt-Bundesamt beantragt", sagte Beinkämpen. Der Antrag gelte für die Nachrüstung bestimmter Daimler-Fahrzeuge. Für jede Motorenfamilie muss Baumot einen eigenen Antrag stellen, das Unternehmen will sich vor allem auf Volumenmodelle der großen Marken in Deutschland konzentrieren. Ob der Einbau von Nachrüstkits nur in Vertragswerkstätten, nur in freien Werkstätten oder in beiden möglich sein soll, diese Frage sei noch offen. "Wir wollen für eine Markteinführung Ende des Jahres lieferfähig sein", sagte Beinkämpen.

"Von uns werden fünf Jahre Gewährleistung gefordert, die wir im Rahmen der rechtlichen Vorgaben auch einhalten", sagte Hausser. Für Einbaufehler könne man jedoch den Hersteller des Abgaskits nicht verantwortlich machen, ergänzte Beinkämpen. Hausser sah die Frage nach Kollateralschäden am Fahrzeug als "theoretischen Fall". Bei der Umrüstung von Euro 3 auf Euro 4 vor einigen Jahren habe man auch kaum Verbaufehler erlebt, die Garantiequoten in dem Fall seien "nicht messbar". Auch die Montage sei kein Problem. "Mit dem Einbau unseres Systems bringen sie keinen Kfz-Meister ins Schwitzen", sagte er.