Die neue Lackierkabine von Dürr fasst bis zu drei Lackiervorgänge zusammen

Die neue Lackierkabine ist das Herzstück des modularen Boxenkonzepts „Lackieranlage der Zukunft“. Bild: Dürr

| von Götz Fuchslocher
Schematische Darstellung des Lackiervorgangs in der Lackierkabine EcoProBooth von Dürr
Die Lackierkabine EcoProBooth ist für einen Karosseriemix von Kleinwagen bis zu mittelgroßen SUVs ausgelegt. Bild: Dürr

Mit der zum Patent angemeldeten Lackierkabine EcoPro Booth gehen laut dem Maschinen- und Anlagenbauer bisher kaum vorstellbare Möglichkeiten einher. Eine maximale Umluftrate von 95 Prozent soll den Energieverbrauch und die Emission von CO2 reduzieren. Zum ersten Mal werde die Innen- und Außenlackierung in einer einzigen Arbeitsstation zusammengefasst, hört man von Dürr. Durch weniger Farbwechsel im Boxen-Layout können zudem VOC-Emissionen vermindert werden und für laufende Wartungs- und Reinigungsarbeiten an der Applikationstechnik müsse die Produktion nicht mehr angehalten werden. Die Lackierkabine, die für zwölf Jobs pro Stunde und einen Karosseriemix von Kleinwagen bis zu mittelgroßen SUVs ausgelegt ist, soll eine einfache Skalierung entsprechend sich ändernder Stückzahlen ermöglichen.

Das System ist Teil der Entwicklungen im Rahmen des Konzepts der „Lackieranlage der Zukunft“. Damit will Dürr Lösungen für die wachsende Modellvielfalt bei den OEMs bieten, die in ihren Werken eine große Bandbreite fertigen müssen.

EcoProBooth fasst dazu bis zu drei Lackiervorgänge in nur einer Kabine zusammen. Bis zu acht Lackierroboter, unterstützt von vier Scara-Robotern zum Öffnen der Türen, applizieren den Lack auf die Karosserie – sowohl innen als auch außen. Während bei einer klassischen Trockenabscheidung das Verhältnis Umluft zu Frischluft bei 80:20 liegt, gibt Dürr für EcoProBooth 95:5 an. Der Prozessluft werden fünf Prozent Frischluft zugemischt, um einen sicheren Abstand zur unteren Explosionsgrenze einzuhalten.

Ist eine herkömmliche Lackierkabine im Umluftbetrieb, kann das Wartungspersonal sie nicht einfach betreten. Bei EcoProBooth gibt es sogenannte Service Cubicles, die in jeder Ecke der Lackierkabine integriert sind und durchgehend mit Frischluft gespült werden. Diese sind laut Dürr jederzeit bedenkenlos zugänglich. Muss ein Roboter gereinigt oder gewartet werden, bewegt er sich zum Service Cubicle und streckt seinen Arm durch ein Verbindungsfenster in den Service-Bereich, wo ihn ein Mitarbeiter leicht erreichen kann. Dabei werden die Grenzwerte für einen gesundheitlich unbedenklichen Arbeitsplatz eingehalten. Während der Produktion ist es laut Hersteller zudem möglich, Zerstäuber zu reinigen oder Glockenteller zu tauschen, ohne dass der zuständige Mitarbeiter den Applikationsbereich in der Lackierkabine betreten muss.