Northvolt

Mit den Zukunftsplänen will Northvolt 2030 einen Marktanteil von rund einem Viertel einheimsen. Bild: Northvolt

| von Roswitha Maier

Bis 2030 wollen die Schweden in Europa die Kapazität für die Autoakkus auf 150 Gigawattstunden an Batterieleistung hochschrauben, wie Vorstandschef Peter Carlsson der Financial Times (Dienstag, 26. November 2019) sagte. Bisher hat Northvolt Pläne für drei Fabriken mit insgesamt 64 Gigawattstunden - die erste ist derzeit in Schweden im Bau, eine weitere soll in Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Konzern in Salzgitter entstehen. Mit den Zukunftsplänen will Northvolt 2030 einen Marktanteil von rund einem Viertel einheimsen.

"Es gibt keinen Zweifel, dass unsere Ambitionen über 64 Gigawattstunden hinausgehen", sagte Carlsson dem Blatt. "Über die kommenden zehn Jahre werden wir sehen, wie sich die Landschaft für die Industrie entwickelt. Wir halten 150 Gigawattstunden oder 25 Prozent Marktanteil nicht für unrealistisch."

In Europa steckt die industrielle Zellfertigung als Basis für die Herstellung von leistungsfähigen Elektroauto-Batterien noch in den Kinderschuhen, derzeit sind vor allem asiatische Lieferanten bei den deutschen Herstellern gefragt. Deutsche Autobauer wie Zulieferer scheuten lange Zeit hohe Investitionen, obwohl die Batterie laut Experten künftig rund ein Drittel der Wertschöpfung im Auto ausmachen dürfte. Daher hat die Politik sich den Aufbau einer europäischen Zellfertigung auf die Fahnen geschrieben.

Volkswagen investiert rund 900 Millionen Euro in Northvolt und die gemeinsame Batteriezellfabrik in Salzgitter mit zunächst 16 Gigawattstunden, auch BMW hat Geld in Northvolt gesteckt. Die Bayern haben zudem umfangreiche Liefervereinbarungen mit dem chinesischen CATL-Konzern, der ein Werk im thüringischen Arnstadt baut. Zuletzt gab der US-Elektroautopionier Tesla bekannt, in Brandenburg nahe Berlin eine sogenannte Gigafactory für den Bau von Autos und Batterien hochziehen zu wollen. Daimler erweitert derzeit die Batteriemontage im sächsischen Kamenz und will künftig auch im Stammwerk Untertürkheim Zellen zu Akkupacks zusammenbauen.