Design und Technik: Johannes Tovar, Koordinator Design Interieur Architekturkomponenten bei der Audi

Design und Technik: Johannes Tovar, Koordinator Design Interieur Architekturkomponenten bei der Audi AG, gibt Einblicke in das Design des TT. Bild: fu

Namhafte Repräsentanten von OEM und Zulieferern diskutieren über die neuesten Entwicklungen im Fahrzeuginnenraum. Gleich zwei Größen aus dem Bereich des Interieur-Designs stiegen am Vormittag des ersten Kongresstages in den Ring: Hartmut Sinkwitz von Mercedes-Benz sowie Johannes Tovar von Audi. Die Designer teilten dem interessierten Fachpublikum die neuesten Entwicklungen aus ihren Häusern mit. Daimler-Mann Sinkwitz begeisterte sein Publikum mit Einblicken in den AMG GT, den er eigens zum Kongress mitbrachte. Das wichtigste Moment bei diesem Fahrzeug sei das Thema Proportionen – am Exterieur wie auch im Interieur. Speziell im Innenraum des Sportwagens habe man das Ziel verfolgt, die Idee des tiefen Schwerpunkts erlebbar zu machen. Eines der Ergebnisse ist dabei etwa die Topografie der Mittelkonsole mit ansteigender Linie. Auch Kollege Tovar von Audi präsentierte dem Publikum eine Sportwagen-Ikone: den TT. Bereits bei den ersten Entwürfen sei festgestanden, dass die Fahrerorientiertheit das große Thema bei diesem Fahrzeug sein werde, so Tovar. Für das Interieur bedeute dies eine hohe Mittelkonsole mit kurzen Wegen am Schalthebel. Die Horizontalität des Instrumententrägesr nehme dabei Anleihen an einem Flugzeugflügel. “Bei einem Sportwagen muss die Konzentration der Anzeigeelemente in der Mittelkonsole zurückgenommen werden”, erläuterte der Designer ein weiteres Designmerkmal des TT. Dies habe man geschafft durch einen riesengroßen Screen hinterm Lenkrad.

Die rund 70 Teilnehmer des Fachkongresses bekamen am ersten Tag Exponate wie auch ansprechend aufbereitete Vorträge zu den Themenkomplexen “Strategie und Design”, wie auch zum brandaktuellen Themenbereich “Leichtbaupotenziale” präsentiert. So zeigte Markus Uhlig, Leiter Advanced Design beim Zulieferer Faurecia und dort verantwortlich für Innovationen und Studien, die Lösungen im Umgang des Unternehmens mit den immer stärkeren Kunden-Wünschen nach Individualisierung. Den Innenraumexperten des französischen Unternehmens dienen dazu verscheidene Muster, Materialien und Oberflächen, basierend auf einem so genannten Master Part. Als Zulieferer erstelle man ein neutrales Design, markenneutral, ohne OEM-Design, eine Art 3D-Comic, mit dessen Hilfe man neue Ideen kurz und knackig illustriere. Dass Leder eine große Karriere bevorsteht, gilt in der Branche als gesetzt. So sprach Eduard Katholnig vom Lederexperten GF Boxmark über neueste Trends wie Ledersitzbezüge mit 3D-Effekten ohne Eingriff in die Struktur der Sitzstruktur sowie Design-Perforationen mit Hilfe von Wasserstrahlen. Im Schwerpunkt Leichtbau sprachen Experten wie Dr. Thomas Stegmaier von Europas größter Textilforschungseinrichtung DITF in Denkendorf über Leichtbaumaterialien auf textiler Basis. Thermoplastische Elastomere machte Hendrik Bobach, Projektingenieur bei der Allod Werkstoff GmbH, zu einem spannenden Thema. Und zum Abschluss erfuhr das Publikum von einem ausgewiesenen Experten zum Thema 3D-Druck, Thomas Lück von crip, mehr über die wirklichen Chancen der zur Zeit in aller Munde befindlichen “additiven Fertigung”.

Der Fachkongress “Automobil Interieur – Lebensraum und Arbeitsplatz” läuft noch bis einschließlich Mittwoch, 22. Oktober im Mövenpick Hotel Stuttgart Airport & Messe. Themenschwerpunkte des zweiten Tags werden sein: “Ergonomie”, “Licht und Ambiente” sowie der “vernetzte Innenraum”.

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