faurecia, CAD-Engineering

CAD-Engineering von Abgasanlagen, von denen Faurecia zehn Millionen jährlich montiert. Bild: Faurecia

Sie arbeiten für die Großen der Branche. Und Faurecia ist einer der Größten. Kaum ein Fahrzeug fährt, ohne das nicht mindestens eine der vielen Komponenten aus dem Hause Faurecia stammt. Ob Volkswagen, Peugeot, Daimler, Toyota oder Fiat – das Who is Who der OEM steht auf der Kundenliste des französischen Zulieferers.

Im aktuellen Ranking unter den Top 100 Automotive Suppliers von AUTOMOBIL PRODUKTION findet sich der französische Konzern auf Platz 10 wieder. Faurecia wuchs zu einem der globalen Player unter den Automobilzulieferern und dies innerhalb von 200 Jahren.

Bis ins Jahr 1810 lässt sich der Firmenstammbaum zurückverfolgen. Obwohl der Name Faurecia erst seit 13 Jahren ein Begriff ist. Grund für die neue Namensgebung war der Zusammenschluss der Unternehmen Bertrand Faure und Ecia.
Ecia wiederrum gehörte zur Gruppe PSA Peugeot Citroën, die durch die Mehrheitsübernahme bei Faure zum Treiber der Fusion wurde. Im Markt von Autozulieferteilen ist der Konzern erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit einem auf vier Säulen basierenden Portfolio aktiv. Der Bereich Sitze hat dabei den größten Anteil am Geschäft.

Im Branchenvergleich liegen die Franzosen im Bereich Autositze auf dem dritten Platz. Es folgt das Geschäftsfeld „Emissions Control Technologies.“ Hier ist Faurecia ebenfalls auf Platz 3. Bei den beiden anderen Bereichen Interieur- und Exterior Systems reklamiert das Unternehmen sogar die Marktführerschaft.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Franzosen stark vom Aufschwung profitieren. Schon nach dem ersten Halbjahr erhöhte das Management die Prognosen. Und mit Recht, wie die Bilanzkennzahlen beweisen.
Schon zuvor, auf einem Investors Day Ende 2011, präsentierte das Management die langfristigen Wachstumspläne: Ein Wachstum von drei bis vier Prozentpunkten pro Jahr. Das bedeutet einen Anstieg um ein Viertel bis 2015. Auch bei den Renditezahlen will Faurecia einen drauflegen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre, so die Unternehmenskalkulation, soll eine operative Marge von fünf bis sechs Prozent erreicht werden. Das Wachstum soll nach einer Welle von Zukäufen künftig organisch erfolgen. Joint Ventures sollen das Ziel unterstützen.

Erst im Januar unterzeichneten die Franzosen mit LG Hausys, einem weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von Spezial-Dekorations-Folien, eine strategische Partnerschaft, um gemeinsam die Entwicklung der nächsten Generation von Dekorfolien für den Fahrzeug-Innenraum voranzutreiben. Faurecia sei bei dem weiteren Ausbau seiner weltweiten Führungsposition in punkto Fahrzeuginnenraum ein Stück weiter gekommen, feierte Yann Delabrière, Chairman und CEO von Faurecia, die Vertragsunterzeichung.

Wachstum in allen Segmenten

Derartige Verbindungen werden Faurecia helfen, das Wachstum in den Geschäftsbereichen zu stemmen. So wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr der Umsatz im Segment Innenraum auf 3 075 Millionen Euro. Dies entspricht einem Plus von 14,1 Prozent zum Vorjahr. Auch bei den Autositzen konnte der Zuliefer wachsen: Hier wurden 4 770 Millionen Euro umgesetzt. Der Anstieg betrug 8,3 Prozent.

Das Geschäftsfeld Emissions-Technologien steigerte den Umsatz um rund ein Fünftel auf 2 935 Millionen Euro. Bei den Automotive Exteriors generierte Faurecia 1 611 Millionen Euro und somit ein Plus von 10,9 Prozent.

Mittelfristig strebt Faurecia-Chef Delabrière die Technologieführerschaft auch in der Abgasreinigung, sowie in puncto Gewichtsreduktion an. Gute Geschäfte in 2012 prognostiziert Delabrière auch durch den Anlauf von zehn Produktionsstätten in China und neue Aufträge von BMW und Geely/Volvo. Und sieht den Umsatz von Faurecia in 2012 auf eine Summe zwischen 16,3 und 16,7 Milliarden anwachsen, von 16,19 Milliarden in 2011. Und bis 2015 will Delabrière die Umsatz-Marke von 20 Milliarden Euro erlangen.