José Riberas Mera, Präsident und CEO der Gestamp Group.

“Wir sind noch zu stark von Westeuropa abhängig”, sagt Francisco José Riberas Mera, Präsident und CEO der Gestamp Group. Bild: Gestamp

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie steht es zurzeit um Gestamp?
Nach Jahren des Wachstums sind wir zu einem globalen Unternehmen geworden, das in 20 Ländern aktiv ist. Wir konnten eine Führungsrolle in der Entwicklung und in der Produktion von Metallbauteilen für die Autoindustrie übernehmen. Unser Ziel ist es, über die nächsten Jahre darauf aufbauend in den einzelnen Bereichen weiter zu wachsen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie sind ja ein spanisches Familienunternehmen, ist das für Sie als Präsident und CEO gut oder schlecht?
Ich bin davon überzeugt, dass eine Familie, die das Unternehmen führt, auf lange Sicht ein echter Vorteil sein kann. Aber es ist wichtig, dass die Familie ihre Rolle innerhalb des Unternehmens ausfüllt. Der private und der geschäftliche Bereich müssen dabei klar getrennt werden. Ich glaube, ein Familienunternehmen kann politische Auseinandersetzungen innerhalb der Geschäftsführung reduzieren. So gesehen ist es sicherlich eine gute Sache. Dennoch müssen wir in der Lage sein, die größten externen Management-Talente für uns zu gewinnen und zu halten.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Familienunternehmen sind ja auch dafür bekannt, bevorzugt langfristig zu planen. Wie sieht Ihr gegenwärtiger 5-Jahres-Plan aus?
Wir überarbeiten unsere 5-Jahres-Geschäftspläne alle 6 Monate. So können wir neue Entwicklungen auf dem Markt, neue Anforderungen der Kunden und neue Aufträge einbeziehen. Manchmal müssen wir auch unsere strategischen Ziele neu ausrichten. Dies sowie die Diskussion, ob wir neue Materialien verwenden oder neue Produktsegmente erschließen, findet bei uns alle 2 Jahre statt.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Über welche Art von Materialien sprechen Sie dann?
Im Moment sprechen alle über diese neuen Materialien, nicht nur Aluminium und Kunststoff, sondern auch Karbonfasern und sogar Magnesium. Aber meiner Meinung nach hat Stahl die revolutionärsten Veränderungen bei den Materialien in unserem Produktbereich erfahren. Er hat eine neue Qualität, ist widerstandsfähiger. Das ist auch für die Autobauer von großem Vorteil: So können sie das Gewicht der Autos senken und gleichzeitig Kosten sparen.

Zur Person
Francisco J. Riberas Mera (Madrid, 1964) hat einen Abschluss in Rechtswissenschaften, Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre von der Universität Pontificia de Comillas (ICADE). 1989 begann er seine Karriere bei der Gonvarri Group und brachte es dort bis zum CEO. 1997 entwickelte er den Business-Plan von Gestamp und trat nach Gründung des Unternehmens als Präsident & CEO ein. Mit mehr als 95 Industrieanlagen und 32.000 Mitarbeitern in 20 Ländern ist Gestamp ein weltweit führendes Unternehmen für Metallkomponenten für die Automobilindustrie. Derzeit ist Riberas der Präsident der Corporación Gestamp Holding und der Gestamp Automobilsparte. Er ist auch Mitglied der Verwaltungsräte von Gonvarri Industrial, CIE Automotive, AceK Inmobiliaria und mehreren anderen Unternehmen innerhalb der Corporación Gestamp-Gruppe. Riberas sitzt im Verwaltungsrat von Endeavor, einer NGO (Nicht-Regierungs-Organisation), um der nächsten Generation von Unternehmern durch Mentoring und Investitionshilfsprogramme zum Erfolg zu verhelfen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ihre Automotive-Sparte ist noch recht jung, aber durch Übernahmen schnell gewachsen…
Richtig. 2008, zu Beginn der Krise, lag unser Umsatz bei etwa 2 Milliarden Euro und in diesem Jahr wird er fast bei 7 Milliarden liegen. Das haben wir durch organisches Wachstum und auch durch Übernahmen erreicht. Beispiele dafür sind die Akquisition von Edscha 2010 und die Integration der Metallumformsparte von ThyssenKrupp 2011.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sind weitere Übernahmen etwa von Unternehmen vorgesehen, die im Bereich Stahl oder CFK neue Wege gehen?
Wir wollen in den nächsten Jahren in erster Linie organisch wachsen. Außerdem ist es unser Ziel, vor allem auf dem asiatischen Kontinent weiter Fuß zu fassen. Tatsächlich werden wir kleinere Akquisitionen ins Auge fassen, um uns bei bestimmten Produkten oder Technologien breiter aufzustellen. Aber wir werden uns nicht zu sehr auf Übernahmen fokussieren. Wir haben unsere Übernahmen schon zum richtigen Zeitpunkt getätigt.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Planen Sie auch, in den Kunststoff-Sektor einzusteigen?
Wir nutzen Kunststoff zwar in einigen unserer Bauteile, beispielsweise bei Edscha. Dennoch ist das nicht unsere Kernkompetenz. Daher haben wir nicht vor, intensiv in diesen Sektor einzusteigen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Edscha hat sie auf dem Ranking der Lieferanten nach vorne katapultiert. Wie bewerten Sie diese Fusion vom heutigen Standpunkt aus gesehen?
Die Integration können wir als Erfolg in unserer Firmengeschichte verbuchen. Zudem war sie auch positiv für die vielen Mitarbeiter, die vom Insolvenzprozess vor fünf bzw. sechs Jahren betroffen waren. Heute trägt Edscha etwa 12 Prozent zu unserem Gesamtumsatz bei. Darüber hinaus konnten wir uns in einigen Produktsegmenten neu positionieren.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie haben kürzlich in Produktionsanlagen investiert und das unter anderem mit Bonds finanziert. Spielen Sie mit dem Gedanken, an die Börse zu gehen?
Nachdem wir 2013 Bonds ausgeben konnten, sind wir weniger von den Banken abhängig. Unsere Finanzierung ist nun insgesamt langfristiger ausgerichtet. Momentan planen wir nicht, an die Börse zu gehen. Der einzige Grund für einen solchen Schritt bestünde für uns darin, eine zusätzliche Finanzierungsquelle für ein strategisches Projekt zu erschließen. Das ist jedoch aktuell nicht vorgesehen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie würden Sie ihre Situation in der derzeitigen spanischen Wirtschaftskrise beschreiben?
Wir sind in der glücklichen Lage, dass das Spanien-Geschäft nur 15 Prozent unseres Umsatzes ausmacht. Zudem ist das Land auf dem Weg der Erholung. Aber in jedem Fall sind wir heute deutlich unabhängiger vom spanischen Geschäft, als noch vor einigen Jahren.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ihre EBIT-Marge ist von 5,9 Prozent auf 5,0 Prozent gesunken. Was ist der Grund dafür? Besteht hier eine Verbindung zur momentanen Krise in Spanien?
Nein. Man muss bei diesen Zahlen beachten, dass es eine Veränderung dabei gab, wie wir die IFRS-Bewertungsspielräume anwenden. Tatsächlich sind unsere EBIT- und EBITDA-Margen von 2013 bis 2014 leicht gestiegen. Es gab eine Steigerung von 5,2 auf 5,4 Prozent. Aber wir sind noch weit entfernt von unserem Ziel beziehungsweise von der EBIT-Marge, die wir vor der Krise hatten.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie haben 95 Produktionsstandorte weltweit. Gibt es noch weiße Flecken auf der Landkarte, die Sie noch erschließen möchten?
Wir sind noch zu stark vom westeuropäischen Markt abhängig. Wir sprechen über einen Wert von 50 Prozent. Deshalb müssen wir uns verstärkt in die Regionen der Welt wenden, in denen Wachstum stattfindet.

AUTOMOBIL PRODUKTION: …das wird in den nächsten Jahren Asien sein.
Vor diesem Hintergrund bietet China immer noch große Chancen für uns. Hier sind wir vor sechs Jahren eingestiegen und dieses Jahr macht China gut 10 Prozent unseres Umsatzes aus. Das ist eine positive Entwicklung, aber wir müssen hier noch besser werden.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Gibt es weitere Regionen?
Da ist natürlich Indien, hier haben wir zwei Standorte. Dieser Markt verharrte während der letzten drei Jahre auf gleichbleibendem Niveau, aber jetzt zeichnet sich eine neue Wachstumsphase ab. Deswegen müssen wir hier unsere Position stärken. In anderen Ländern stehen wir noch nicht so gut da, Thailand oder Indonesien etwa. Kurzfristig gesehen müssen wir uns dort besser positionieren.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Was ist mit Afrika und Südamerika?
Langfristig wollen wir auch in einigen Ländern in Afrika Fuß fassen und weitere Länder in Südamerika erschließen, beispielsweise Peru. Letztendlich kommt es auch darauf an, ob die politische Situation vor Ort stabil ist. Dann könnte auch ein Land wie der Iran für uns interessant sein.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie steht es um Investitionen am Standort Deutschland?
Gestamp investiert jedes Jahr in Deutschland. Wir haben wichtige Geschäfte hier. Deren Anteil betrug im vergangen Jahr fast 1 Milliarde Euro. Sowohl Edscha als auch Gestamp wachsen. Wir hoffen, unser Wachstums-Tempo an dem des deutschen Marktes ausrichten zu können. Deutschlandist ein Schlüsselmarkt für uns. Wenn wir die enge Beziehung mit unseren deutschen Kunden überall auf der Welt erhalten wollen, dann müssen wir sichergehen, dass unser deutsches Geschäft diesen Kunden sehr gute Qualität und kostengünstige Leistungen liefert.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Bielefeld ist einer Ihrer größten F&E-Standorte. Welche Bedeutung hat dieser Standort?
Dieses F&E-Zentrum haben wir im Dezember 2014 eröffnet. Hier konzentrieren wir unsauf die Entwicklung, Konstruktion und Erprobung von Chassis-Bauteilen und auf die spezifischen Bedürfnisse unserer deutschen Kunden.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ohnehin sind Sie im Bereich Forschung und Entwicklung sehr aktiv. Werden Sie dies fortführen oder planen Sie Budgetkürzungen?
Nein. Wir sind absolut überzeugt, dass F&E eine ganz wichtige Säule in unserer langfristigen Strategie ist, gerade im Hinblick auf unser Ziel, noch viel globaler zu werden. Das fordern auch unsere Kunden.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie können Sie Ihre Kunden konkret unterstützen?
Insbesondere helfen wir dabei, Gewicht einzusparen und damit Emissionen zu senken. Außerdem ist es unser Ziel, die Sicherheit der Autos zu verbessern, ohne die Kosten dafür signifikant zu erhöhen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wollen Sie das über andere Materialien erreichen?
Wir setzen dabei beispielsweise nicht auf Aluminium, das sehr viel teurer ist. Stattdessen setzen wir bei unserer Technologie an – also bei hochleistungsfähigem Stahl und Warmumformung.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Die Stahlpreise befinden sich im freien Fall, sind aber für Ihren wirtschaftlichen Erfolg sehr wichtig. Macht Ihnen dieser Zustand Sorgen?
Überhaupt nicht. Es ist richtig, dass Stahl ein wichtiger Kostenfaktor ist. Aber wir haben über die Jahre hinweg immer Vereinbarungen mit unseren Kunden schließen können, sodass wir im Moment unabhängig von der Entwicklung der Stahlpreise unseren Mehrwert generieren.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ihr Geschäft liegt hauptsächlich in der Leichtbaukonstruktion, gleichzeitig ist Ihr Unternehmen aber im Stahlgeschäft verwurzelt. Wenn Sie die Presstechnik optimieren, hat dann der Stahl langfristig noch eine Zukunft in der Automobilindustrie?
Ich bin der festen Überzeugung, dass in den kommenden Jahren Stahl das absolut wichtigste Material für Autobauer sein wird. Das weltweite Wachstum in diesem Markt wird hauptsächlich in Asien stattfinden und eher erschwingliche Fahrzeuge als Luxusmarken betreffen. Bei letzteren wird es wohl so kommen, dass sie mehr und mehr Aluminium oder Karbonfaser oder andere Materialien verwenden müssen, um Emissionen zu senken.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Die Premiumhersteller können sich das aber auch finanziell leisten…
Deshalb müssen wir für die kleinen Autos kreative Lösungen finden. Der Stahl hat also eine Zukunft in der Branche. Allerdings werden weniger Tonnen produziert werden, da die Dicke des Materials sich verändert. Aber ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass Stahl in den nächsten Jahren das führende Material im Bereich Body und Chassis-Herstellung sein wird.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie sind ja auch sehr stark im Bereich Lasertechnologie. Wird dies auch in der ?Industrie 4.0? noch ein tragbares Konzept sein?
Mit Laseranwendungen haben wir bereits Anfang der Neunziger begonnen. Wir nutzen unter anderem das Remote-Laserschweißen zu Schneidevorgängen bei der Warmumformung. Die Nutzung des Lasers nimmt zu und wird es in Zukunft weiter tun. Ich bin davon überzeugt, dass wir momentan nicht von “Industrie 3.0″ zu “Industrie 4.0″ springen. Ich denke, dass wir uns irgendwo in der Mitte befinden.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie sieht es diesbezüglich in ihren Werken aus?
Alle unsere Werke nutzen Roboter. Die Informationen werden direkt von den Computern erfasst, die am Band angebracht sind. Es findet also weltweit sehr viel Automatisierung statt, unter anderem bei Lasern. Ich denke, der Übergang zwischen dem heutigen Zustand und der ?Industrie 4.0? ist fließend, aber ich sehe die Lasertechnologie auf jeden Fall als wichtigen Faktor in der Zukunft.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Halten Sie den Grad der Automatisierung Ihres Unternehmens für ausreichend oder werden sie hier weitere Maßnahmen ergreifen, also mehr in Robotertechnologie investieren?
Die Entscheidung, ob man in Robotertechnologie investieren kann, basiert heutzutage oft auf Produktivität oder finanziellen Ressourcen. Aber man darf auch den Faktor Qualität nicht vergessen. Durch den Einsatz von Robotern können wir Fehler, wie sie manchmal durch menschliche Bedienung entstehen, vermeiden. Generell nimmt die Nutzung von Robotertechnologie zu, aber sie muss individuell an die Gegebenheiten in den unterschiedlichen Märkten angepasst werden.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Gibt es da Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern?
Es ist ein Unterschied, ob ich Robotertechnologie in einem Werk in Deutschland einsetzen möchte, oder ob ich den gleichen Roboter in Indien oder China einführe. Denn die Refinanzierungsrate der Gehälter ist extrem unterschiedlich: Die Spanne reicht von mehr als 30 Euro bishin zu 1 Euro pro Stunde.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Patchwork Blanks sind Ihre Antwort auf die Herausforderung, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig Kosten und Abfälle zu reduzieren. Funktioniert das auch mit Karbon?
Durchaus: Wie Sie wissen, muss man, wenn man ein normales monolithisches Blank verwendet, die Dicke und die Stärke der Platine an den Teil des aus dem Blank gefertigten Bauteils anpassen, das am widerstandsfähigsten sein muss. Manche Stellen sind immer genau spezifiziert. Durch unsere Technologie sind wir in der Lage, die Teile dort stärker zu machen, wo dies nötig ist, ohne diese Spezifikation auch für den Rest des Blanks übernehmen zu müssen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie wollen Ihre Rolle als strategischer Partner für deutsche Erstausrüster festigen. Wie soll das geschehen?
Genauso, wie wir es jetzt tun. Wir müssen nicht alles neu erfinden. Stattdessen müssen wir einen Bedarf für unsere Produkte schaffen. Das erreichen wir, indem wir den Kunden etwas liefern, was sie heute noch nicht haben.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Können Sie das genauer erklären?
Es gibt zwei wichtige Dinge, die Kunden von uns verlangen: Wir müssen ihnen Produkte dort liefern, wo sie sie verlangen, also in den neuen Märkten, und ihnen dabei helfen, dort Fuß zu fassen. Außerdem müssen wir immer auf dem neuesten Stand bei Produkten, Materialien und Technologien und auch bei den Prozessen sein.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Für welche deutschen OEMs arbeiten Sie? Mit wem würden Sie gern arbeiten?
Wir arbeiten mit allen zusammen. Gegenwärtig ist der Volkswagen-Konzern unser größter Kunde. Wir arbeiten mit allen Marken innerhalb des Konsortiums und überall auf der Welt. Aber auch Daimler und BMW sind sehr wichtig für uns. Diese drei gehören zu unseren sieben wichtigsten Kunden.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Abgesehen von Deutschland, welche Marken fehlen noch auf Ihrer Kundenliste?
In unserer langfristigen strategischen Ausrichtung müssen wir uns noch mehr auf die asiatischen Kunden konzentrieren. Bei den OEMs in Japan haben wir das schon recht gut erreicht. Aber wir brauchen noch engeren Kontakt zu lokalen Marken in China. Da ist noch Luft nach oben. Diese Marken werden in Zukunft 7 bis 8 Millionen Einheiten produzieren. Da lohnt es sich, als Zulieferer einzusteigen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Kommen wir noch einmal auf die erste Frage zurück. Wenn Sie an 2020 denken, könnten Sie noch einmal in drei Sätzen beschreiben, wie Ihre Situation dann aussehen wird?
Meine Hoffnung ist, dass wir größer und gleichzeitig schlanker sind. Unser Konzern sollte um 7 bis 10 Prozent pro Jahr wachsen. Denn jetzt, da wir so groß geworden sind, müssen wir profitabel bleiben und unsere Finanzierung breit aufstellen, damit wir unsere Ziele erreichen können.

AUTOMOBIL PRODUKTION: ?und was die Technologie angeht?
Wir werden uns nach wie vor auf Hochleistungsstahl konzentrieren. Langsam aber sicher werden wir uns auch den Premium-Marken zuwenden und uns neuen Materialien gegenüber öffnen, Karbonfasern etwa oder Aluminium. Das steht in unserer Agenda bereits fest.

AUTOMOBIL PRODUKTION: ?und wie sieht es mit Standorten in anderen Ländern aus?
Ich denke, bis zu diesem Zeitpunkt werden wir in Asien stärker Fuß gefasst haben und vielleicht auch schon in einigen afrikanischen Ländern vertreten sein.

Das Interview führten Bettina Mayer und Gabriel Pankow