Grammer

Grammer-Vorstandschef Hartmut Müller ist der Überzeugung, dass starkes Wachstum die einzige Überlebensstrategie für Automobilzulieferer sein könne. Bild: Grammer

"Die Autobauer verlagern ihre Produktion immer stärker in die Märkte selbst", so Grammer-Vorstandschef Hartmut Müller am Mittwoch im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Vor allem in Asien und Nordamerika errichteten deutsche und europäische Autobauer immer mehr Werke. "Da müssen Sie als Zulieferer dann auch vor Ort sein."

Um das zu schaffen brauchen Zulieferer Müller zufolge eine hohe Finanzkraft - "und das heißt, man braucht eine kritische Größe, um dieses Geld überhaupt zu generieren", sagte Müller. Unternehmen mit Umsätzen unterhalb von einer Milliarde Euro pro Jahr, "haben Probleme, das zu schaffen". Vor rund fünf Jahren sei der "Zug abgefahren", die Strategie auf Wachstum zu trimmen und allein als kleiner europäischer Zulieferer zu überleben. Denn die Internationalisierung der Branche gehe weiter - "und zwar ganz brutal".

Man könne bereits sehen, dass einige Unternehmen den Sprung aufs internationale Parkett dennoch gewagt hätten und in finanzielle Schwierigkeiten gekommen seien. Andere hätten sich aktiv größere Partner gesucht, "unter deren Dach sie schlüpfen können". Das sei auch bei Grammers letztem größeren Zukauf, dem Zulieferer Reum, so gewesen. Reum stellt unter anderem Verkleidungen für Armaturenbretter, Lüftungsdüsen und Hutablagen her, sei aber allein zu klein für das internationale Geschäft gewesen, so Müller.

Die Marktveränderungen eröffneten auch weitere Möglichkeiten für Zukäufe. Grammer halte Ausschau nach weiteren Übernahmezielen, sagte Müller. Besonders im Fokus stünden dabei Unternehmen in den USA und in Asien, möglichst mit Technologien, über die Grammer heute so noch nicht verfüge, oder mit ergänzenden Produkten.