Haldex-Logo über dem Bürogebäude in Schweden.

Haldex hatte letzten Donnerstag überraschend mitgeteilt, dass er eine Übernahme durch Knorr-Bremse nicht mehr unterstützt. Bild: Haldex

Knorr-Bremse beantragte die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, teilte das Münchener Unternehmen mit. Diese solle "unverzüglich einzuberufen und im besten Fall nicht später als am 28. Juli 2017" abgehalten werden.

Haldex hatte letzte Woche die Wahrscheinlichkeit einer wettbewerbsrechtlichen Freigabe als sehr niedrig bezeichnet. Die EU-Kommission habe bei sechs von acht Produktkategorien des Unternehmens wettbewerbsrechtliche Bedenken angemeldet. Damit sei eine vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses unausweichlich, was eine Verlängerung der Annahmefrist und eine Genehmigung der schwedischen Börsenaufsicht erforderlich machen würde. Die Aussicht war Haldex offenbar zu mühselig. Das Unternehmen kündigte an, Knorr-Bremse nicht weiter zu unterstützen.

Diese Mitteilung sei ohne vorherige Rücksprache mit Knorr-Bremse erfolgt, monierte der Kaufinteressent nun. Knorr-Bremse teile die Einschätzung von Haldex nicht, dass die Chancen auf eine Freigabe der Übernahme mit einer eingehenden Prüfung nicht steigen. Das Unternehmen habe ein tragfähiges Konzept und werde die Transaktion vielmehr "mit vollem Engagement vorantreiben". Einer möglichen vertieften Prüfung der EU-Kommission sehe man insgesamt zuversichtlich entgegen.

Nun sollten die Aktionäre entscheiden, ob sie den Antrag von Knorr-Bremse bei der schwedische Börsenaufsicht sowie die Kooperation mit Knorr-Bremse im weiteren Kartellfreigabeverfahren unterstützen und befürworten.