Hella Lippstadt

Auch Hella wird sich der Branchenentwicklung nicht entziehen können. Bild: Hella

| von Roswitha Maier

Der Automobilzulieferer Hella hat seine Umsatzerwartung für das Geschäftsjahr 2019/20 nach unten genommen. Es werde jetzt ein Umsatz zwischen 6,5 und 7,0 Milliarden Euro erwartet, nach 6,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Unternehmen verwies in einer Mitteilung auf die zunehmenden Unsicherheiten im Marktumfeld und eine aus diesem Grund weiter rückläufige Branchenentwicklung. Hella erwartet, dass die um Restrukturierungsmaßnahmen und Portfolio-Effekte bereinigte EBIT-Marge zwischen rund 6,5 und 7,5 Prozent liegen wird.

Für das Geschäftsjahr 2018/19 vermeldete das Unternehmen auf vorläufiger Basis einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatzanstieg um 5 Prozent. Der berichtete Umsatz habe sich jedoch aufgrund der Veräußerung des Großhandelsgeschäfts sowie unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten auf 7,0 (Vorjahr: 7,1) Milliarden Euro reduziert. Das bereinigte operative Ergebnis habe sich um 5,9 Prozent auf 585 (Vj: 552) Millionen Euro verbessert. Dies entspreche einer bereinigten EBIT-Marge von 8,4 Prozent (Vj: 8,3) Prozent.

"Insbesondere aufgrund unserer strategischen Ausrichtung entlang der großen automobilen Markttrends wie Autonomes Fahren und Elektromobilität gehen wir davon aus, dass Hella auch zukünftig stärker als der Markt wachsen wird", wurde Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Mitteilung zitiert. Doch werde sich das Unternehmen der allgemeinen Branchenentwicklung nicht vollends entziehen können. Die detaillierten Ergebnisse sollen am 9. August bekannt gegeben werden.

Der Hauptversammlung soll eine unveränderte Dividende von 1,05 Euro vorgeschlagen werden. Daneben soll eine Sonderdividende von 2,30 Euro ausgeschüttet werden. Die Sonderdividende entspreche ungefähr dem Buchgewinn von 255 Millionen Euro, den Hella durch die Veräußerung des Großhandelsgeschäfts erzielt habe, bzw. rund zwei Dritteln des Kaufpreises dieser Transaktion, hieß es weiter.

Damit setzen sich die negativen Nachrichten aus der Automobil-Branche fort - zuletzt hatte in dieser Woche Continental eine Gewinnwarnung ausgesprochen und zur Begründung auf eine weltweit rückläufige Fahrzeugproduktion verwiesen.