Hirschvogel_Geschäftsführung_2017

Gutes Jahr hinter sich, positive Entwicklung vor Augen (von links): Hirschvogel-Geschäftsführer Dr. Alfons Hätscher (Finanzen, Personal), Frank M. Anisits (Produktion), Dr. Thomas Brücher (Vertrieb, Einkauf, Entwicklung). Bild: Hirschvogel Group

Hirschvogel_China_Pinghu
Die Investitionen im Werk Pinghu und im Gfeolge neue Aufträge führten 2016 zu einer starken Umsatzsteigerung von Hirschvogel in China. Bild: Hirschvogel Group

Als besonders erfreulich bezeichnete es Finanzchef Alfons Hätscher beim Jahrespressegespräch am Stammsitz Denklingen, dass Hirschvogel im vergangenen Jahr in allen Regionen gewachsen ist. Ein Ergebnis sticht aber doch heraus: die Investitionen in eine neue Zerspanungshalle sowie neue Umformpressen im China-Werk Pinghu scheinen sich voll auszuzahlen.

Jedenfalls schoss der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent auf 112 Millionen Euro in die Höhe. Damit ist das Ende des Wachstums keinesfalls erreicht: In diesem Jahr erwartet Hirschvogel einen weiteren Umsatzanstieg auf 140 Millionen Euro in China. Zunehmend Anteil an der positiven Entwicklung haben neue Aufträge von chinesischen Autobauern. Thomas Brücher, innerhalb der Hirschvogel-Geschäftsführung für die Bereiche Vertrieb, Einkauf und Entwicklung verantwortlich, rechnet mittelfristig mit einem überdurchschnittlichen Wachstum aus China. Der Umsatzanteil von derzeit etwas über 10 Prozent dürfte in den kommenden Jahren „deutlich“ zu legen.

Das (Umsatz-)Herz des Zulieferers schlägt aber weiter in Europa und den Standorten in Denklingen/Schongau und Marksuhl. Von den Investitionen in „dreistelliger Millionenhöhe“, so Hätscher, fließt wieder die Hälfte in die Region. An den Standorten in Deutschland beschäftigt der Spezialist für Umformtechnologie 3.400 seiner weltweit 4.400 Mitarbeiter.

Restrisiko Trump 

Obwohl man auch bei Hirschvogel im laufenden Jahr geringere Zuwächse am Automarkt erwartet als im überraschend starken Jahr 2016, rechnet der Zulieferer 2017 mit einem Umsatzwachstum im Bereich von 10 Prozent. Unter den Restrisiken werden in Denklingen der neue US-Präsident Donald Trump und dessen Strafzolldrohungen Richtung Mexiko geführt. Hintergrund: derzeit laufen in Queretaro/Mexiko die Bauarbeiten am ersten Werk, bereits im Mai soll die Produktion gestartet werden. Man müsse nun erst einmal abwarten, wie das künftige Verhältnis zwischen Mexiko und den USA aussieht. Für Hirschvogel gilt bis auf weiteres „Business as planned“. Größere Verwerfungen erwartet Brücher auch nicht, falls es zu einer harten Linie von Trump gegen Mexiko kommt.

Zum einen sei nur ein Teil der in Mexiko gefertigten Komponenten für den US-Markt bestimmt, zudem habe man die Möglichkeit, die Produktion im Werk Columbus/ Ohio nach oben zu fahren, so Frank M. Anisits, Geschäftsführer Produktion. Anisits kündigte angesichts der gut laufenden Geschäfte weitere Investitionen in Fertigungsstätten an, auch hier stehen die deutschen Standorte im Vordergrund. Bezüglich neuer Werk ein neuen Regionen bestehe aktuell kein Handlungsbedarf, man sei global sehr gut aufgestellt.