iac, Innenraumoberfläche

Die IAC Technologiezentren in Europa und den USA haben jüngst ein Verfahren für Premium-Innenraumoberflächen entwickelt. Bild: IAC

Wie man einen schlagkräftigen, globalen Spezialisten für Fahrzeug-Innenraumkomponenten schmiedet, zeigten die beiden US-amerikanischen Finanzinvestoren WL Ross & Co. LLC und Franklin Mutual Advisers als sie im Oktober 2005 in einem ersten Schritt das Europageschäft der angeschlagenen Collins & Aikman übernahmen. Nach Abschluss der Akquisition von Collins & Aikman und der Integration ausgewählter Fertigungsstandorte des Unternehmens in Europa verleibte sich das nun als IAC firmierende   neue Unternehmen im Oktober 2006 die europäische Innenraum-Sparte (Interiors Systems Division) der Lear Corporation ein.

Und es fanden sich weitere Branchenkandidaten, deren Profil ins strategische Konzept passte und die größtenteils als Einzelkämpfer an ihre Grenzen gelangt waren. Hier trifft man auf Namen beispielsweise von  United Technologies, Automotive Industries, Masland Industries, den seinerzeit insolventen deutschen Mittelständler Stankiewicz und rund 30 weiteren Unternehmen. Heute verkörpert IAC einen umfassenden Erfahrungsschatz in der Ausstattung von Fahrzeuginnenräumen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Luxemburg beschäftigt weltweit mehr als 24 000 Mitarbeiter an 91 Standorten und 21 Ländern.

Das Jahr 2006 hat eine besondere Bedeutung für IAC, schließlich gelang Wilbur L. Ross mit dem Kauf der Mitsuboshi Belting Kaseihin (MBK) die erste Übernahme eines großen japanischen Fahrzeuginnenausstatters durch einen westlichen Automobilzulieferer.

Im Dezember desselben Jahres gab Ross die weitere Expansion der IAC Group durch Übernahme nun auch der nordamerikanischen Innenraumsparte von Lear bekannt. Diese Akquisition wurde im April 2007 abgeschlossen. Im Oktober 2007 reihte sich die nordamerikanische Sparte für Bodenbeläge und Akustik (Carpet and Acoustic Division) von Collins & Aikman in die IAC-Riege ein.

Heute beliefert IAC die großen nordamerikanischen, asiatischen und europäischen Hersteller (OEMs) mit Tür- und Innenraumverkleidungen, Instrumententafeln, Konsolen und Cockpits, Bodenbelägen und Akustiksystemen. Auch Dachhimmel und Overhead-Systeme sowie weitere Komponenten für Fahrzeug-Interieur und -Exterieur gehören zum  Kompetenzprofil. Auf der internationalen Kundenliste stehen Automobilhersteller wie GM, Ford, Chrysler, Volvo und VW. Das IAC-Technikportfolio umfasst eine Reihe von leichten, kostengünstigen Trägermaterialien, einschließlich Urocore und festem Thermoform-Urethan, die den Anforderungen hinsichtlich Festigkeit, Kosten, Packaging und Energiemanagement gerecht werden.

IAC nutzt Spritzgussverfahren zur Herstellung von Deckenkonsolen und erfüllt die Sicherheitsanforderungen der OEMs durch den Einsatz von Safe-TEC Energiemanagementsystemen im Dachhimmel. Darüber hinaus verwendet IAC Silent Solutions Schalldämmung in Dachhimmelapplikationen.

Einen neuen prozesstechnischen Akzent setzt IAC derzeit mit der Einführung des durch die IAC Technologiezentren in Europa und den USA entwickelten FastKast-Verfahrens zur Herstellung von Premium-Innenraumoberflächen. Es verbindet thermoplastische Polyolefine und PVC-Kunststoffe zu Oberflächen außergewöhnlicher Qualität mit besonderer Oberflächenhaptik und -ästhetik zur Veredelung vieler Interieur-Produkte. Seine Serientauglichkeit stellt das neue Verfahren gerade im neuen rumänischen IAC-Werk in Bals unter Beweis. Dort steht IAC als Zulieferer für den Ford B-Max unter Vertrag.