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Auch im Autozuliefergeschäft will die neue Chefin Martina Merz umbauen. Im Geschäftsfeld System Engineering, dass vor allem Komponenten rund um die Themen Karosserie und Antriebsstrang für die Automobilindustrie fertigt sowie Automatisierungslösungen für elektrische Speicher- und Antriebssysteme anbietet, sollen etwa 640 Stellen abgebaut werden. Bild: Thyssenkrupp

| von Tino Böhler

Der angeschlagene Industriekonzern Thyssenkrupp treibt seinen Umbau voran. Im Zentrum stünden neben einer möglichen Trennung vom Aufzuggeschäft der Anlagenbau sowie Autokomponenten, teilte das Dax-Unternehmen am Donnerstag (21. November 2019) in Essen mit. Der Anlagenbau, der zur Zeit Verluste schreibt, soll operativ wieder auf Vordermann gebracht werden. Gleichzeitig prüft Thyssenkrupp die Möglichkeit, das Geschäft mit Partnern oder unter einem neuen Dach weiterzuentwickeln, hieß es.

Auch im Autozuliefergeschäft will die neue Chefin Martina Merz umbauen. Im Geschäftsfeld System Engineering, dass vor allem Komponenten rund um die Themen Karosserie und Antriebsstrang für die Automobilindustrie fertigt sowie Automatisierungslösungen für elektrische Speicher- und Antriebssysteme anbietet, sollen etwa 640 Stellen abgebaut werden. 

Wie dem Geschäftberich des Konzerns zu entnehmen ist, soll der Bereich Components Technology auf das reine Automobilgeschäft zugeschnitten werden und in Automotive Technology umbenannt werden. Die Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) wurden aus diesem Bereich herausgelöst und werden seit dem 1. Oktober 2019 unmittelbar durch die thyssenkrupp AG geführt. Neu hinzu kommt der Bereich System Engineering, der u.a. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bis zum 30. September 2019 bei Industrial Solutions angesiedelt war.

Nach einem weiteren Verlustjahr streicht Thyssenkrupp die Dividende. Im vergangenen Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) stieg der Fehlbetrag von 62 Mio auf 304 Mio Euro, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Dabei belasteten schlechte Stahlgeschäfte, Verluste im Anlagenbau, Restrukturierungskosten sowie Rückstellungen für ein Kartellverfahren. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank um 44 % auf 802 Mio Euro, wobei das zur Disposition stehende Aufzuggeschäft den Löwenanteil beitrug.

Besserung ist für das laufende Jahr nicht zu erwarten. Thyssenkrupp geht im Stahlgeschäft von einer schwächeren Entwicklung aus. Das bereinigte Ebit soll daher das Niveau des Vorjahres erreichen. Höhere Restrukturierungskosten würden zu einem deutlich höheren Verlust führen als im Vorjahr, kündigte das Unternehmen an.