NGH Freistaat Sachsen Zulieferer

Investor und Bürgschaft: Der Standort Leipzig des Autozulieferers Neue Halberg Guss mit rund 700 Beschäftigten sollte Ende März 2019 geschlossen werden, in Saarbrücken sind rund 400 Stellenstreichungen geplant. Bild: NHG

Das Wirtschaftsministerium in Dresden hat am Montag (22. Oktober 2018) ein Treffen mit dem potenziellen Investor des Autozulieferers Neue Halberg Guss (NHG) angekündigt. Wenn das Angebot stimme, sei für das Leipziger Werk auch eine Bürgschaft des Freistaates denkbar. Am Dienstag (23. Oktober 2018) soll zudem über die Fördermöglichkeiten informiert werden. "Wir werden natürlich alles versuchen, damit die Produktion am Standort Leipzig weitergehen kann", sagte Wirtschafts-Staatssekretär Stephan Brangs (SPD).

Das Ministerium hofft auf eine positive Entscheidung für Leipzig. Das Werk sei "wettbewerbsfähig, hervorragend ausgelastet" und hat gut ausgebildete Mitarbeiter. Nach Angaben der Geschäftsleitung der Neuen Halberg Guss wird mit mehreren Interessenten über einen Verkauf, teils auch nur für einzelne Standorte gesprochen. Derzeit zeichne sich keine kurzfristige Lösung ab. Aktuelles Ziel sei, die Produktion in Leipzig und Saarbrücken zügig und nachhaltig wieder anzufahren.

Der Standort Leipzig mit rund 700 Beschäftigten sollte Ende März 2019 geschlossen werden, in Saarbrücken sind rund 400 Stellenstreichungen geplant. Der Zulieferer von Motorblöcken und Antriebswellen gehört zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe. Geschäftsleitung und IG Metall hatten vergeblich versucht, einen Sozialtarifvertrag auszuhandeln. Nach sechs Wochen Streik wurde ein Schlichtungsverfahren eingeleitet, das die NHG Mitte September für gescheitert erklärt hatte.