100 Jahre Preh

100 Jahre Preh, 100 jahre Produkte: Autowinker, Spielzeuge, Bauelemente für die Rundfunk- und TV-Industrie, Bediensysteme für das Fahrzeuginterieur. Bild: Preh

100 Jahre Preh
Unternehmensgründer Jakob Preh mit seinem Sohn Walter und dessen Frau Rosemarie. Bild: Preh

Am Montag, 11. März feiert Preh Geburtstag. Genau an diesem Tag vor 100 Jahren hat Jakob Preh die Firma in einem Hinterzimmer einer Kegelbahn an der Schweinfurter Straße in Bad Neustadt an der Saale gegründet. Mit einem kleinen Team produzierte er zunächst Elektroinstallationsteile und Zubehör für die noch in den Kinderschuhen steckende Rundfunkindustrie. 1924 stellte Preh mit dem „Preh-Funk“ sein erstes eigenes Rundfunkgerät vor. In den 30ern stieg man in die Fertigung von Autozubehör ein. Mit der Produktion von Autowinkern engagierte sich Preh damit erstmals in dem Markt, der seit Ende der 1980er Jahre zum Hauptstandbein des Unternehmens werden sollte. Kurz vor Ende des 2. Weltkriegs wird Jakob Preh von den Nazis erschossen. Seine Frau Agnes und Sohn Walter führen das Unternehmen jedoch weiter und produzieren nach Kriegsende elektronisches Spielzeug, unter anderem auch ein ferngesteuertes Auto.

100 Jahre Preh
(v.l.n.r.) Michael Roesnick, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Preh GmbH; Christoph Hummel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Preh GmbH; Jeff Wang, Gründer und Mehrheitsgesellschafter der Joyson-Gruppe. Bild: Preh

Wenig später gelingt der Einstieg in den Zuliefer-Markt für TV-Geräte. Als Hersteller von Potentiometern, Schaltern und Fernbedienungen erlebte Preh in den 1960ern und frühen 70ern eine regelrechte Boomphase. Mitte der 80er Jahre zog sich das Unternehmen schließlich vollständig aus der Unterhaltungselektronik zurück und stieg erneut in den Markt für Automobilzulieferung ein. Zu den ersten Aufträgen gehörten 1987 ein Heizungsbediengerät für den VW Passat und 1988 ein Bedienfeld für BMW-Bordcomputer. Als Entwicklungspartner großer Automobilhersteller wie BMW, der Volkswagen-Gruppe, Daimler, Ford und General Motors entwickelte sich das Automotive-Geschäft jedoch immer stärker zum entscheidenden Standbein der Preh-Gruppe. Heute ist Preh ein reinrassiger Automobilzulieferer mit internationalen Standorten. Preh beschäftigte 2018 rund 7.300 Mitarbeiter und konnte mit über 1,3 Mrd. EUR (vorläufige Angabe) eine neue Umsatz-Bestmarke überspringen. Insbesondere die Partnerschaft mit dem chinesischen Investor Joyson habe Preh seit der Übernahme im Jahr 2011 kräftigen Rückenwind verliehen, hört man aus der Firmenzentrale. Weiter heißt es, habe man sich mit dem Zukauf der ehemaligen TechniSat Automotive – heute Preh Car Connect – in den zukunftsträchtigen Automotive-Segmenten für Fahrzeugvernetzung, Infotainment und Telematik nachhaltig verstärkt.

„Die Innovationskraft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Unternehmensgeschichte. Und sie ist unsere ‚Versicherung‘ für die Zukunft“, sagt Christoph Hummel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Preh GmbH. Feiern wird das Unternehmen am 26. Juli mit geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft. Einen Tag später folgt ein Familienfest für die Mitarbeiter.