Osram

Seit Monaten versucht AMS, Osram zu übernehmen. Ein erster Anlauf scheiterte. Der zweiter Übernahmeversuch mit neuem Angebot an die Osram-Aktionäre läuft noch bis zum 5. Dezember. Bild: Osram

| von Roswitha Maier

Dies sei die letzte Chance, sich das "attraktive AMS-Angebot" zu sichern, teilte die an der Schweizer Börse notierte AMS mit. Bis Mittwochabend (27.11.), 18 Uhr, hätten 3,3 Prozent der Osram-Aktionäre ihre Aktien im Rahmen des Übernahmeangebots von AMS für 41 Euro je Titel eingereicht.

"Um eventuelle Marktspekulationen zu beenden, bestätigt AMS, weder den Angebotspreis von 41 Euro ändern noch die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent senken zu wollen", schrieb der österreichische Konzern. AMS sehe keine Vorteile in einer bedeutenden Minderheitsbeteiligung an Osram ohne klaren Weg zur Erlangung der Kontrolle.

Sollte das Angebot die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent nicht erreichen, werde AMS alle Optionen für die Beteiligung an Osram prüfen, hieß es weiter. Für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten würden keine weiteren Osram-Aktien erworben und kein weiteres Angebot für das deutsche Unternehmen aufgelegt, betonten die Österreicher.

Seit Monaten versucht AMS, Osram zu übernehmen. Ein erster Anlauf scheiterte. Der zweite Übernahmeversuch mit neuem Angebot an die Osram-Aktionäre läuft noch bis zum 5. Dezember.

Die US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle reichten Anfang Juli ein Übernahmeangebot in Höhe von 3,4 Milliarden Euro ein. Sie boten den Osram-Aktionären 35 Euro je Aktie - und sicherten den Osram-Beschäftigten den Erhalt von Arbeitsplätzen und Standorten zu.

Doch dann sprang überraschend AMS in den Ring. Die IG Metall lehnt die Übernahme von Osram durch AMS ab. Aus Sicht der Gewerkschaft gibt es trotz der Kooperationsvereinbarung keine wirklich belastbare Arbeitsplatzsicherheit. AMS ist gemessen am Umsatz fast drei Mal kleiner als Osram - und auch hoch verschuldet.

Manche befürchten gar, dass AMS nur als Strohmann agiert. Tatsächlich hat der österreichische Sensorhersteller durchblicken lassen, dass er einen Partner an seiner Seite hat. Den Chinesen wird ein großes Interesse an Osram nachgesagt. Bereits 2016 hatte Sanan Optoelectronics, Chinas führender LED-Hersteller, ein Auge auf Osram geworfen. Doch ein breiter Widerstand bis in die Politik verhinderte den Einstieg der Chinesen.