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Takata will mit den Verkaufserlösen unter anderem die Verpflichtungen aus der Vergleichsvereinbarung mit dem US-Justizministerium erfüllen. Bild: Wikipedia/Gemeinfrei

Auf Einkaufstour befindet sich derzeit das chinesische Zulieferunternehmen Ningbo Joyson: Unter seiner amerikanischen Tochtergesellschaft Key Safety Systems (KSS) haben die Chinesen nun den japanischen Zulieferer Takata gekauft. Schon im letzten Jahr bekundete Joysen sein Interesse an dem in wirtschaftlichen Turbulenzen steckenden Airbag-Hersteller. Der Gesamtkaufpreis beläuft sich nach einer offiziellen Unternehmensmeldung auf 1,588 Milliarden US-Dollar (etwa 175 Milliarden Yen). 

Ankündigung kam schon im Sommer

Die nun abgeschlossenen Verträge bewegen sich im Rahmen der Grundsatzvereinbarung, die KSS und Takata bereits Ende  Juni diesen Jahres bekannt gaben. Dabei gehen nahezu alle Vermögenswerte von Takata an KSS über. Davon ausgenommen sind laut Takata aber die Vermögensgegenstände, die für die Herstellung und den Vertrieb von Gasgeneratoren mit phasen-stabilisiertem Ammoniumnitrat (PSAN) eingesetzt werden. Das Geschäft mit PSAN-Gasgeneratoren soll nach Abschluss der Transaktion durch bestimmte verbliebene, restrukturierte Takata-Gesellschaften zunächst noch weitergeführt und dann abgewickelt werden. Ersatz-Gasgeneratoren für laufende Airbag-Rückrufe wird Takata auch in Zukunft ohne Unterbrechung liefern, teilte das Unternehmen mit.

 „Wir freuen uns, dass wir die Vereinbarung mit KSS abschließen konnten“, sagt Shigehisa Takada, Vorstandsvorsitzender und CEO von Takata. „Wir sind überzeugt, dass die fusionierten Unternehmen bestens aufgestellt sein werden, um langfristig in der globalen Automobilindustrie erfolgreich zu sein.“

Abschluss 2018 angepeilt

Die Verkaufserlöse will Takata dazu nutzen, die Verpflichtungen aus der Vergleichsvereinbarung mit dem US-Justizministerium zu erfüllen, die Kosten der Restrukturierung zu finanzieren sowie Forderungen seiner Gläubiger zu befriedigen. Es wird erwartet, dass der Verkauf im ersten Quartal 2018 abgeschlossen sein wird. Zuvor müssen unter anderem noch die Insolvenzgerichte in Japan und den USA zustimmen. Gleichzeitig setzt Takata im EMEA („Europa, Mittlerer Osten und Afrika") auf seine finanzielle Unabhängigkeit: Es sei nicht geplant, so Takata laut der Pressemitteilung, im EMEA-Raum ein Insolvenzverfahren einzuleiten.

Takata hat finale Fassungen aller Transaktionsdokumente bei den zuständigen Behörden in den USA eingereicht, teilt das Unternehmen mit. Dazu gehören auch der Chapter-11-Plan und Vereinbarungen, „in denen sich Takata, KSS und eine bedeutende Gruppe von maßgeblichen Automobilherstellern zur Unterstützung der globalen Transaktion verpflichtet haben“, schreibt der Zulieferer. Der Abschluss der globalen Transaktion soll im ersten Quartal 2018 erfolgen.