Lear_Tarifstreit_USA

Zwischen der Sitzsparte von Zulieferer Lear und Gewerkschaften kracht es gewaltig in den USA: nach einem zurückgewiesenen Tarifangebot hat der Zulieferer mit der Werksschließung gekontert. Bild: Lear

Ein solcher Vorgang wäre in Europa undenkbar: da verhandeln Gewerkschaften und Vertreter der Unternehmensleitung über neue Tarife und nachdem die Arbeitnehmerseite den Vorschlag zurück weist, verkündet das Unternehmen postwendend die Schließung des Werks.

So geschehen im Sitz-Werk des Zulieferers Lear in Ajax, Ontario. Letztlich hat die massive Drohung der Werksleitung gefruchtet: hatten ursprünglich 96 Prozent der Beschäftigten gegen die Annahme des von Lear präsentierten Tarifpakets gestimmt, waren nach der Androhung einer Werksschließung nun 72 Prozent dafür, so Berichte aus den USA. Der Präsident der Gewerkschaft Unifor, Jerry Dias, sprach in einem Statement von "schwierigen Verhandlungen" an deren Ende die Verhandlungskommission ein akzeptables Ergebnis im Sinne der Arbeiter und zum Erhalt gut bezahlter Jobs in Ajax erreicht habe. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren innerhalb derer die Löhne stufenweise um insgesamt 15 Prozent angehoben werden.

Begleitet wurde der Tarifkonflikt von Streiks im Lear-Werk. Die Einigung jetzt dürfte auch für Erleichterung bei Fiat-Chrysler (FCA) sorgen. Aus der Sitz-Fertigung in Ajax wird hauptsächlich das FCA-Werk in Brampton beliefert. Dort werden die Dodge-Modelle Charger und Challenger gebaut sowie der Chrysler 300.