Motorenfertigung bei Deutz

Fertigung bei Deutz in Köln: Nach Darstellung des Motorenherstellers hatte die NHG mit einem Lieferstopp gedroht und Preiserhöhungen, hohe Einmalzahlungen im Millionenbereich und Abnahmeverpflichtungen für eine Fortsetzung der Belieferung verlangt. Bild: Deutz

Wie Deutz am Mittwoch (24. Oktober) in Köln mitteilte, muss die NHG nach einer Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken die Kölner Firma weiter mit Kurbelgehäusen und Zylinderköpfen beliefern. Die Verfügung gelte bis Jahresende (Az. 1 o 293/18).

Deutz-Chef Frank Hiller begrüßte die Entscheidung. «Wir haben Planungssicherheit – das ist das Wichtigste», erklärte er. Nach seiner Darstellung hatte die NHG mit einem Lieferstopp gedroht und Preiserhöhungen, hohe Einmalzahlungen im Millionenbereich und Abnahmeverpflichtungen für eine Fortsetzung der Belieferung verlangt.

Der Vertrag mit der Deutz AG läuft bis 2020, der Rechtsschutz des Gerichts gilt aber nur bis Jahresende - beim sogenannten «Eilrechtsschutz» sind solch kurze Zeiträume üblich. Sollte die NHG danach wieder den laufenden Vertrag kündigen wollen, würde man sich abermals «mit allen rechtlichen mitteln schützen», hieß es von Deutz. Ein NHG-Sprecher wollte sich zunächst nicht äußern.

Die Prevent-Gruppe der bosnischen Investorenfamilie Hastor hatte Anfang 2018 die Neue Halberg Guss übernommen. Die Investoren sind bekannt dafür, aufgekaufte Firmen umzukrempeln und bei Kunden mit harten Bandagen auf bessere Konditionen zu pochen - wegen eines Lieferstopps von zwei Prevent-Töchtern musste VW 2016 zeitweise seine Produktion im Wolfsburger Stammwerk runterfahren.

Für Unruhe bei der NHG sorgen in diesem Jahr Pläne der Chefetage für einen personellen Kahlschlag. Von der Arbeitnehmerseite gab es scharfe Proteste, es kam zum Streik. Eine Schlichtung scheiterte.