Dr Olaf Berlien Vorstandvorsitzender 3_highres

Sowohl Osram-Vorstands- als auch Aufsichtsratsmitglieder sollen einzeln entlastet werden. Interessant dürfte gerade das Ergebnis für Berlien werden. Sollte er bei der Abstimmung abgestraft werden, wäre das eine deutliche Kritik an seinem Kurs. Bild: Osram

Rote Zahlen zum Jahresauftakt und Übernahmegespräche mit zwei Finanzinvestoren: Die Aktionäre des Münchner Lichtkonzerns Osram dürften mit viel Redebedarf bei der Hauptversammlung am Dienstag (19. Febraur 2019) in München erscheinen. Vor allem Gegenwind für den wichtigsten Abnehmer der eigenen Produkte - die Automobilindustrie - macht dem Zulieferer zu schaffen. Vorstandschef Olaf Berlien will daher umsteuern. Kosteneinsparungen, mehr Unabhängigkeit von der konjunkturanfälligen Autoindustrie und ein neuer Großaktionär sollen den Konzern wieder in die Spur bringen.

Vor wenigen Tagen bestätigten die Münchner „vertiefte Gespräche“ mit den Beteiligungsfirmen Bain Capital und Carlyle Group, die „einen gemeinsamen Erwerb von bis zu 100 Prozent“ der Osram-Aktien erwägten. Ob ein Verkauf zustande komme und wie es dann mit Osram an der Börse weitergehen werde, sei offen, hieß es jüngst aus Unternehmenskreisen. Eine Übernahme des Konzerns war zuvor lange Gegenstand von Spekulationen gewesen. Berlien hatte immer wieder angedeutet, dass der Einstieg eines Großaktionärs durchaus willkommen sei.

Am Standort Regensburg will Osram zudem Hunderte Stellen streichen. Damit macht das Unternehmen einen Großteil der Ausbaumaßnahmen der vergangenen Jahre wieder rückgängig. Auch das dürfte für kritische Nachfragen bei den Aktionären sorgen. Sowohl Vorstands- als auch Aufsichtsratsmitglieder sollen am Dienstag (19. Februar 2019) einzeln und nicht wie sonst üblich gemeinschaftlich entlastet werden. Interessant dürfte gerade das Ergebnis für Berlien werden. Sollte er bei der Abstimmung abgestraft werden, hätte das zwar keine direkten Konsequenzen, wäre aber eine deutliche Kritik an seinem Kurs.