Pierburg Vapor pump

Die Pierburg GmbH hat eine kompakte Pumpe entwickelt, mit deren Hilfe sich der Kohlebehälter auch ohne Vakuum im Ansaugrohr spülen lässt. Bild: Rheinmetall Automotive

Wie Rheinmetall Automotive miteilt, lanciert die Marke des Unternehmens Pierburg eine elektrische Pumpe, mit deren Hilfe sich der Aktivkohlebehälter im Fahrzeug auch ohne das bislang nötige Vakuum im Ansaugrohr spülen lässt. Hintergrund der Entwicklung sind gesetzliche Normen mit Blick auf die Kraftstoffverdunstung. Die Gesetzgebungen bezüglich der Kraftstoffverdunstung bestimmen unter anderem die Menge flüchtiger Kohlewasserstoffverbindungen, die aus dem Kraftstoffsystem eines Fahrzeugs austreten dürfen. Zum Auffangen der Dämpfe dient ein zumeist in der Nähe des Kraftstofftanks verbauter Aktivkohlebehälter, der regelmäßig gespült werden muss. In der Vergangenheit war das Vakuum, das beim Ansaugen von Frischluft in den Motoren entstand, ausreichend, um die Kraftstoffdämpfe in den Motor zu ziehen und gleichzeitig frische Luft in den Aktivkohlebehälter gelangen zu lassen. Heutige Motorengenerationen ohne ausreichende Vakuumversorgung benötigen allerdings eine Lösung, die aktiv zur Reinigung des Behälters beiträgt.

Wie Pierburg mitteilt, bietet man mit der neuen elektrischen Vapor pump "eine attraktive, kundenorientierte Lösung, die zugleich der gestiegenen Bedeutung der On- Board Diagnose Rechnung trägt sowie die Kontrolle der Lecksicherheit übernimmt." Innerhalb des Aktivkohlebehälters dient Aktivkohle dazu, Kraftstoffdämpfe zu sammeln und so lange zu binden, bis sie im Motor verbrannt werden. Allerdings ist die Kapazität des Behälters zum Speichern von Kohlewasserstoffverbindungen begrenzt, so dass regelmäßig Frischluft zugeführt werden muss, um eine Sättigung zu vermeiden. In allen Betriebszuständen, in denen die zusätzliche Menge an Kraftstoffdämpfen für den Motor und den Verbrennungsprozess tolerierbar ist, wird daher ein Ventil geöffnet, damit die Dämpfe in den Einlasskrümmer oder in die Strömungsrichtung des Turboladers entweichen können.

Für die heutigen Motorengenerationen ohne ausreichende Vakuumversorgung bietet man die so genannte Vapor pump, für die man aus einem langjährigen Erfahrungsschatz auf dem Gebiet elektrischer Kühlmittelpumpen zurückgreifen könne, heißt es. Darauf basierend habe man die Vapor pump als zentrifugales elektrisches Modell einer Gaspumpe entwickelt. Angetrieben wird sie von einem einphasigen Motor, der zu dem großen Durchsatz und dem geringen Druck der Anwendung passe. Ein hohes Drehmoment stelle sicher, dass die Pumpe schnell anllaufe und reagiere, während es das zentrifugale Design ermögliche bei wenig Energieaufwand selbst gegen das geschlossene Ventil zu arbeiten, heißt es weiter. Wie man bei Pierburg betont sind "Gewicht und Kosten niedrig – dank des Einsatzes etlicher Kunststoffkomponenten. Der thermische Widerstand der Pumpe wird durch eine innovative, aktive Kühlung der Elektronik verbessert. Sie stellt gleichzeitig sicher, dass das neue Modell den schwierigen Bedingungen im Motorraum standhält. Zusätzlich ist die Pumpe mit einem integrierten Drucksensor versehen, der den Systemdruck zurück an die Kontrolleinheit meldet." Die elektrische Pumpe ist laut Hersteller die erste ihrer Art und wird 2018 bei einem Kunden in Serie gehen.