Filter Cubes III MANN+HUMMEL

Die Filtersäulen von Mann+Hummel sind 3,60 Meter groß und bestehen aus jeweils drei zusammengesetzten Bauteilen, den Cubes.

Der Aufbau der ersten acht von 17 so genannten Filter Cubes III des Filtrationsspezialisten Mann+Hummel entlang eines etwa 350 Meter langen Straßenabschnitts nahe des Stuttgarter Neckartors startete am Mittwoch (28.11.2018). Im Rahmen eines Pilotprojekts des Zulieferers, gefördert vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg und unterstützt von der Landeshauptstadt Stuttgart soll erprobt werden, ob durch den Einsatz der Technologie die Feinstaubbelastung und damit gegebenenfalls auch die Tage mit Grenzwertüberschreitungen am Neckartor reduziert werden können. Stuttgart konnte die Belastungen mit Feinstaub PM10 und Stickstoffdioxid zwar stark reduzieren. Überschreitungen der Grenzwerte bei Feinstaub treten aber noch am Neckartor auf.

Filter lassen sich bedarfsgerecht einstellen

Die Filtersäulen sind 3,60 Meter groß und bestehen aus jeweils drei zusammengesetzten Bauteilen, den Cubes. Ausgerüstet mit Feinstaubpartikelfiltern und energieeffizienten Ventilatoren sollen sie laut Mann+Hummel in der Lage sein, bei sehr geringem Energiebedarf 80 Prozent des Feinstaubs aus der angezogenen Umgebungsluft zu ziehen. Über eine Steuerungseinheit lässt sich der Betrieb der Feinstaubpartikelfilter bedarfsgerecht einstellen und damit auf die aktuelle Luftqualität reagieren. Modellrechnungen eines unabhängigen Simulationsbüros auf Basis von Daten aus den Jahren 2016 und 2017 hätten für das Stuttgarter Neckartor eine Reduzierung der Gesamtfeinstaubkonzentration gezeigt, heißt es dazu. Die theoretischen Ergebnisse erprobe man nun in der Praxis.

Kai Knickmann, Geschäftsführer Erstausrüstung bei Mann+Hummel: „Mit unserem neu entwickelten Filter Cube wollen wir die Feinstaubbelastung am Stuttgarter Neckartor reduzieren. Er ist Teil unserer Technologieplattform Feinstaubfresser, zu der verschiedene Filtertechnologien für stationäre Anwendungen oder Fahrzeuge gehören. Überall dort, wo die Feinstaubbelastung besonders hoch ist, wollen wir mit unseren Technologien zum Schutz der Gesundheit von Menschen beitragen.“ Auch im Verkehrsministerium und der Stadt Stuttgart ist man zuversichtlich. Christoph Erdmenger, Abteilungsleiter für Nachhaltige Mobilität im Verkehrsministerium Baden-Württemberg: „Uns hat an dem Projektvorschlag überzeugt, dass die 17 Filtersäulen nicht nur an einem Punkt, sondern in einem ganzen Straßenabschnitt eine Wirkung zeigen sollen." Damit habe das Projekt das Potenzial, die Anwohner zu schützen. Rainer Kapp, Leiter der Abteilung Stadtklimatologie bei der Landeshauptstadt: „Stuttgart hat 2018 erstmals die Chance, die Feinstaub-Grenzwerte im gesamten Stadtgebiet am Ende des Jahres einzuhalten." Die Idee, die Luft mithilfe von Luftfiltersäulen zu reinigen, klinge vielsversprechend, so der Klimatologe. Daher unterstütze man solche Projekte.