Autoglas von Schott

Anderes Autoglas für autonome Fahrzeuge: Aufgrund der Sensorik entwickelt Glashersteller Schott neue Glasscheiben für selbstfahrende Autos. Bild: Schott

| von Andreas Reinshagen

Wenn es um autonomes Fahren geht, nutzen die derzeit innovativsten Technologien Lidar- (Light Detection and Ranging) Sensoren. Schott hat dazu seine Autoglaslösungen optimiert. Diese werden zusammen mit Radar und Kameras durch künstliche Intelligenz (KI) verbunden und können künftig das höchste Level bei Fahrerassistenzsystemen (ADAS 5) und die vollständige Automatisierung aller Fahrfunktionen realisieren. Keine der heute auf dem Markt befindlichen Lidar-Technologien erfüllt jedoch die erforderlichen Anforderungen an Leistung und Zuverlässigkeit für ein völlig autonomes Fahren zu wettbewerbsfähigen Preisen, heißt es von Autoglasproduzent Schott. Der Hersteller entwickelt Glaskomponenten und hermetischen Verpackungen für Lidar-Hersteller und -Lieferanten, um das autonome Fahren in die Zukunft mit voranzutreiben. Der Glaskonzern Schott hat eine neue Plattform gelauncht, die für den Lidar-Markt nach eigenen Angaben das breiteste Portfolio an Glaslösungen für Sensorsysteme bieten soll. Die Hochleistungswerkstoffe von Schott sollen neue und optimierte Komponenten für Lidar ermöglichen - vom Schutzfenster über optische Produkte bis hin zu hermetischen Verpackungen. „Der ganzheitliche Ansatz von Schott in Kombination mit maßgeschneiderten Lösungen kann wesentlich zur Verbesserung der Sensorik beitragen", erklärt Boris Eichhorn, Projektleiter für „LiDAR“ bei Schott.“ Schott sei damit ein zuverlässiger Partner für die Weiterentwicklung der LidarTechnologien wie beispielsweise Mechanical Spinning, MEMs-Scanning, Flash LiDAR und Optical Phased Arrays (OPA).“

Hermetische Gehäuse von Schott
Mit hermetischen Gehäusen von Schott sollen Laserdioden, Fotodioden und MEMS-Spiegel in allen Arten von Lidar-Sensoriksystemen gegen innere Kondensation und raue äußere Einflüsse durch die Fahrumgebung geschützt werden können. Bild: Schott

Lidar-Sensorsysteme müssen vor Regen, Temperaturschwankungen und Stößen, durch Kies oder Steine und andere Verschmutzungen geschützt werden. Spezialgläser beispielsweise sollen sich – im Gegensatz zu anderen transparenten Materialien wie etwa Polymer - als Schutzfenster eignen, um empfindliche Bauteile vor kritischen Umwelteinflüssen zu schützen. Doch nicht nur die Festigkeit sei entscheidend. Schutzfenster müssen eine hohe Transmission aufweisen, die nahes Infrarot (NIR) durchlässt und gleichzeitig sichtbares Umgebungslicht dämpft. Glasabsorptionsfilter RG850 von Schott sollen beides bieten: Sie sind transparent im NIR und im sichtbaren Bereich opak. Lidar-Systeme arbeiten in der Regel mit Dioden, die das einfallende Laserlicht sammeln. Bevor das Licht sie erreicht, wird es zunächst von Spiegeln oder Strahlteilern umgelenkt und durch Filter geleitet, so dass nur die gewünschte Wellenlänge übertragen wird. Hochwertige Komponenten seien deshalb entscheidend für die Qualität der optischen Übertragung, denn der Laserstrahl sollte kein einziges Photon verlieren. Lidar-Sensoren müssen langfristig eine gute Bildqualität liefern, unabhängig von Temperaturunterschieden und aggressiven Klimabedingungen. Oft werden in Lidar-Sensorsystemen eine hohe Transmission und ein thermisches Linsensystem benötigt: Schott bietet hierfür eine Auswahl an optischen Gläsern mit hohem Brechungsindex. Lidar-Sensoren müssen neben der hervorragenden Bildqualität gleichzeitig auch über eine kompakte und leichte Bauweise verfügen. Laut Herstellerangaben erfüllen die Asphärische Linsen in verschiedenen Größen und Materialien diese Anforderungen. Außerdem könnten die Linsen nach Kundenwunsch beschichtet werden. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in der Automobil- und Optoelektronikindustrie sei Schott ein zuverlässiger Partner und Lieferant. Boris Eichhorn: "Wenn es um autonomes Fahren geht, findet die Lidar-Industrie bei Schott das breiteste Sortiment an Glaskomponenten und hermetischen Gehäusen für Lidar-Technologien sowie anspruchsvolles Know-how und Unterstützung bei ihren Sensorherausforderungen entsprechend unseres Claims ´sensing your vision´.“

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