SHW Zahnräder

Bislang ist der schwäbische Zulieferer SHW vor allem abhängig von heimischen Autoherstellern, will das aber ändern. Bild: SHW

Der etwa 100 Millionen Euro schwere Auftrag hätte sich im nächsten Jahr auf den Umsatz niedergeschlagen, sagte Vorstandschef Frank Boshoff am Montag (27. Februar) in Stuttgart. SHW hatte nie bestätigt, dass es sich bei dem stornierten Auftrag eines "führenden Herstellers von vollelektrischen Fahrzeugen" um Tesla handelt. Auch jetzt nannte Boshoff den Namen Tesla nicht. Der US-Autobauer hatte den Abzug des Auftrags allerdings Ende Januar bestätigt und mit Qualitätsproblemen begründet.

Der auf Pumpen und Bremsscheiben spezialisierte Zulieferer mit Sitz in Aalen plant 2018 dennoch mit "signifikantem" Wachstum, wie Boshoff ankündigte. Helfen sollen Aufträge von chinesischen und nordamerikanischen Herstellern. Auf diese Weise will der Autozulieferer seinen Auslandsumsatz in den kommenden Jahren deutlich steigern. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen noch kaum mit Wachstum. 2018 plant die SHW AG 470 bis 495 Millionen Euro Umsatz, 2020 sollen es 620 bis 650 Millionen Euro sein. Dann soll etwa ein Viertel der Umsätze aus dem Ausland stammen. Entsprechend soll auch die Zahl der Mitarbeiter vor allem im Ausland zulegen. Zuletzt beschäftigte SHW 1250 Mitarbeiter. Ein Teil dieser Planung sei bereits durch Aufträge gedeckt.

Bislang ist der schwäbische Zulieferer vor allem abhängig von heimischen Autoherstellern. Der Volkswagen-Konzern habe einen Umsatzanteil von 40 Prozent, Daimler zehn Prozent und BMW etwas weniger, wie Boshoff beschrieb. In Zukunft solle mehr aus dem Ausland stammen und der Anteil von VW auf etwa 30 Prozent sinken.

Die große Abhängigkeit von Volkswagen bereitete SHW zuletzt Probleme. Denn nachdem die Wolfsburger im vergangenen Jahr die Technologie für Motorbauteile umgestellt hatten und so ein Auftrag flöten ging, schlug außerdem der Abgasskandal zu Buche. Die Erlöse gingen entsprechend um 12,5 Prozent auf 406 Millionen Euro zurück. Der Gewinn ging unter anderem wegen höherer Investitionen um knapp elf Prozent auf 12,8 Millionen Euro zurück.

SHW macht gut 75 Prozent seiner Umsätze mit Teilen für Autos mit Verbrennungsmotor. Die Umstellung hin zu Elektro- und Hybridautos macht dem Zulieferer aber keine Sorgen. Schmierölpumpen beispielsweise würden auch in Hybridmotoren benötigt. Um sich für den wachsenden Anteil von Elektronik im Auto zu wappnen, plant SHW außerdem die Übernahme eines Herstellers elektronischer Steuerungen. Um welches Unternehmen es sich handelt und wie weit die Verhandlungen sind, ließ Boshoff allerdings offen.