catl erfurt batteriefertigung

Mittelfristig solle die Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien 2.000 Mitarbeiter beschäftigen. Einer der großen Kunden des chinesischen Konzerns ist der Autobauer BMW. Thüringen konnte sich mit der Standortentscheidung von CATL gegen Ungarn durchsetzen. Bild: CATL

Mit milliardenschwerer Investition will der chinesische Hersteller CATL im Jahr 2021/22 die ersten Batteriezellen für Elektroautos in Thüringen fertigen. Baubeginn für die neue Fabrik, die auf etwa 70 Hektar nahe des Erfurter Autobahnkreuzes entstehen soll, könnte vermutlich noch in diesem Herbst sein, sagte der Europa-Chef von CATL, Matthias Zentgraf, am Donnerstag (5. Juli 2019) auf dem Branchentag Automotive Thüringen in Erfurt. "Wir arbeiten derzeit an einem Aufbauplan, wie wir schneller in Erfurt präsent sein können." Zentgraf rechnet damit, dass die Fabrik - abhängig von der Marktnachfrage - Mitte des nächsten Jahrzehnts ausgebaut sein wird.

CATL, Contemporary Amperex Technology Co., mit Sitz im chinesischen Ningde, hat aufgrund der wachsenden Zahl von Elektroautos in Europa bereits seine Investitionspläne und zu erwartende Beschäftigtenzahl in Thüringen nach oben korrigiert. Statt der zunächst anvisierten 240 Millionen sollen nun laut Zentgraf in den nächsten fünf Jahren 1,8 Mrd Euro investiert werden. Mittelfristig solle die Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien 2.000 Mitarbeiter beschäftigen. Einer der großen Kunden des chinesischen Konzerns ist der Autobauer BMW. Thüringen konnte sich mit der Standortentscheidung von CATL gegen Ungarn durchsetzen.

Trotz des neuen Flaggschiffes CATL warnten Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) davor, beim Umbruch in der Automobilbranche ausschließlich auf Elektromobilität zu setzen. "Wir müssen auch über andere Formen der Antriebe und über ganze Mobilitätskonzepte reden", sagte Ramelow. Tiefensee betonte, die Wasserstofftechnik habe als Antriebstechnologie ebenfalls ihre Berechtigung. Die Thüringer Zulieferer sieht der Minister in einem "gnadenlosen Wettbewerb".

Produkte für das autonome Fahren entwickeln

Klassische Verbrennungsmotoren werden laut dem Minister in der Automobilindustrie noch bis mindestens Mitte der 2030er Jahre eine Rolle spielen. Diese Übergangsphase müsse die Zulieferindustrie nutzen, um auf neue Antriebstechnologien umzustellen oder neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Nach Ansicht des neuen Vorstandsvorsitzenden des Branchennetzwerkes automotive thüringen, Mathias Hasecke, müssen sich die Thüringer Zulieferer breiter aufstellen und enger kooperieren. Gemeinsam mit dem Branchennetzwerk der optischen Industrie in Jena sollen künftig neue Produkte für das autonome Fahren entwickelt werden. Hasecke übernahm den Vorsitz des Branchennetzwerkes von Michael Militzer, der sich nach 16 Jahren an der Spitze zurückzog.