Zulieferer-Kongress Autocontact

Formel-1-Technologie hilft auch der Serie, so der Tenor bei der Konferenz Autocontact. Im Bild Peter Schöggl von AVL, Franz Lückler, Geschäftsführer von ACstyria, Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann und Wolfgang Plasser von Pankl Racing Systems. Bild: ACstyria/Pachernegg

Kein Rennstall der Welt kommt ohne steirische Komponenten aus, so die im Steirischen Autocluster ACstyria zusammengeschlossenen Partnerunternehmen. Rund 10 Prozent der Partnerunternehmen des Steirischen Autoclusters ACstyria sind bereits Zulieferer für den internationalen Motorsport.

“Die Steiermark zählt mit einer F&E-Quote von 4,7 Prozent zu den innovativsten Regionen in Europa. Die Unternehmen des ACstyria investieren 11,6 Prozent in Forschung und Entwicklung und tragen damit wesentlich zu diesem internationalen Erfolg bei?, so Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann auf der Autocontact, die am 20. Juni in Spielberg stattfand. Als Innovationsmotor und Technologietreiber ? aktuell vor allem in den Bereichen Hybridisierung und Elektrifizierung ? kurbele die Formel 1 auch die regionale Forschungs- und Entwicklungsleistung steirischer Unternehmen an.

Angesichts steigender Umweltanforderungen erlebt die Formel 1 in dieser Saison die größte Veränderung seit Jahren ? mit den neu reglementierten Sechszylinder-Motoren mit nur einem Turbolader wird die Gesamtleistung erhöht, der Kraftstoffverbrauch reduziert sich jedoch um 35 bis 40 Prozent. “Nachhaltige Effizienzsteigerung ist das Gebot der Stunde, sowohl in der Formel 1 als auch im Straßenverkehr. Der wechselseitige Wissenstransfer zwischen Motorsport und Serie leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Vermarktung umweltfreundlicher Technologien”, so ACstyria-Geschäftsführer Franz Lückler.

Im Innovationswettbewerb rund um das neue Formel-1-Reglement unterstrichen steirische Unternehmen ihren Anspruch auf Technologievorsprung. Mit den Testsystemen des steirischen Test-Spezialisten AVL kann der gesamte Antriebsstrang inklusive neuer Komponenten für die Elektrifizierung eines Formel-1-Rennwagens getestet werden. Für den neuen 1,6-Liter-Sechszylinder-Turbomotor der Formel-1-Autos hat AVL Racing ein echtzeitfähiges Antriebsstrangmodell entwickelt.

Das obersteirische Unternehmen Pankl Racing Systems liefert den Formel-1-Turbolader, der in dieser Saison erstmals zum Einsatz kommt und die Leistung der Rennboliden durch elektrische Aufladung aus Abgasenergie steigert. Im ersten Quartal 2014 verzeichnete Pankl Racing Systems durch die erhöhte Nachfrage im Bereich Motor- und Antriebskomponenten ein Umsatzplus von 25,5 Prozent.

Das Jung-Unternehmen ASC Performance ist auf die Entwicklung und Prototypen-Fertigung von Motorsportkomponenten aus nachwachsenden Naturfaserverbundstoffen spezialisiert.

Der Gesamtfahrzeugspezialist KTM fertigt seit 2008 seinen Leichtbausportwagen X-BOW zur Gänze in der Steiermark. Für die Innenraumausstattung des X-BOW zeichnete maßgeblich der steirische Engineering-Dienstleister Kämmerer verantwortlich. Das Unternehmen qpunkt verbessert die Aerodynamik in Rennwagen und trägt damit zu deren Leistungssteigerung bei, so ACstyria.

Eine Neuheit für alternative Antriebstechnologien wurde 2013 von den ACstyria-Partnerunternehmen Alset Global, Magna Steyr, Gigatronik und TÜV Süd entwickelt ? ein Wasserstoff-Hybridsystem, das erstmals im Aston Martin Rapid S Rennwagen beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring eingesetzt wurde.

ACstyria/ks