thyssenkrupp Ilsenburg Zulieferer

Aktuell werden jährlich mehr als fünf Millionen Nockenwellen aus dem Werk in Ilsenburg ausgeliefert, unter anderem für Audi, BMW, VW, Ford, Porsche oder Volvo. Bild: Thyssenkrupp

Das Autozulieferer-Werk von Thyssenkrupp in Ilsenburg (Harz) stellt sich auf den Wandel in der Autobranche ein. Nach 20 Jahren mit stark wachsender Nockenwellen-Produktion sollen vom kommenden Jahr an Rotorwellen für E-Autos gebaut werden, wie das Unternehmen mitteilte. Der Grund: Nockenwellen sind im Verbrennungsmotor für Benzin und Diesel unverzichtbar - im reinen Elektromotor aber überflüssig. In Ilsenburg solle daher 2019 die Serien-Produktion für die zusätzliche Komponente starten. Es gebe Großaufträge mehrerer Autohersteller dafür, sagte ein Thyssenkrupp-Sprecher.

Aktuell werden laut Mitteilung jährlich für mehr als fünf Millionen Fahrzeuge Nockenwellen aus Ilsenburg ausgeliefert, unter anderem für Audi, BMW, VW, Ford, Porsche oder Volvo. Am Samstag (8. September 2018) feierte das Werk zwanzigjähriges Bestehen. Ilsenburg ist der größte von zehn Standorten des Unternehmens für die Nockenwellen-Produktion weltweit. Als Thyssenkrupp vor 20 Jahren die Produktion im Harz begann, arbeiteten dort sechs Mitarbeiter, die 600.000 Nockenwellen pro Jahr fertigten. Inzwischen seien es 770 Beschäftigte und mehrere Millionen Motorkomponenten.

Zum Umsatz am Werk macht Thyssenkrupp keine Angaben. Die komplette Autozulieferer-Sparte setze jedoch rund 7 Mrd Euro um, sagte ein Sprecher. Jeder fünfte Euro werde mit Motorkomponenten erwirtschaftet. Die Nockenwellen seien dabei das Hauptgeschäft. Sie seien inzwischen weltweit in 100 Millionen Fahrzeugen eingebaut.