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"Insgesamt glauben wir an die Zukunftsfähigkeit unseres automobilen Anlagenbaus. Allerdings sind nun klare Einschnitte und Veränderungen notwendig, um das Geschäft wieder wettbewerbsfähig und profitabel zu machen", sagte der Chef der Autozuliefersparte von Thyssenkrupp, Karsten Kroos. Bild: Thyssenkrupp

| von Tino Böhler

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will am Standort Bremen rund 300 der knapp 800 Stellen streichen. Das teilte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch (20. November 2019) mit. Zuvor hatte Radio Bremen über die Pläne berichtet. Grund für den Jobabbau ist, dass der gesamte Bereich System Engineering, der Produktionsanlagen für die Automobilindustrie fertigt, neu ausgerichtet werden soll.

Inklusive der Bremer Stellen sollen deutschlandweit 640 Arbeitsplätze in dem Geschäftsbereich gestrichen werden. Den Angaben zufolge hat die Sparte im vergangenen Jahr erhebliche Verluste verzeichnet. "Sowohl der aktuelle Konjunkturabschwung in der Automobilindustrie als auch der Technologiewandel vor allem im Antriebssegment belasten das Ergebnis der Business Unit", hieß es.

Mit dem geplanten Umbau will das Unternehmen gegensteuern. "Insgesamt glauben wir an die Zukunftsfähigkeit unseres automobilen Anlagenbaus. Allerdings sind nun klare Einschnitte und Veränderungen notwendig, um das Geschäft wieder wettbewerbsfähig und profitabel zu machen", sagte der Chef der Autozuliefersparte von Thyssenkrupp, Karsten Kroos. Unrentable Geschäftsaktivitäten müssten eingestellt werden und Wachstumsbereiche, zum Beispiel in der Elektromobilität, der Digitalisierung und im Servicegeschäft ausgebaut werden. "Daraus ergibt sich ein Bedarf von rund 100 neuen Stellen in den kommenden zwei Geschäftsjahren", hieß es.

Der Essener Industriekonzern steht auch in anderen Geschäftsbereichen vor einem Umbau. Insgesamt plant das Unternehmen einen Abbau von rund 6.000 Stellen in Deutschland. Wann die Jobs in Bremen wegfallen, ist derzeit noch unklar. Der Zeitplan werde nach Gesprächen mit Gewerkschaften und dem Betriebsrat festgelegt.