VW USA Chattanooga breit

Fertigung im US-amerikanischen VW-Werk in Chattanooga: Volkswagen hat bei amerikanischen Zuliefereren laut einer aktuellen Umfrage keinen guten Ruf. Bild: VW

In der Studie, die jährlich von der Automotive-Beratungsgruppe Planning Perspectives Inc (PPI) durchgeführt wird, bewerten die größten Lieferanten der Branche ihre Arbeitsbeziehung zu den sechs Autobauern, die mehr als 85 Prozent aller Fahrzeug-Verkäufe ausmachen.

Toyota und Honda schlossen dabei mit Platz eins und zwei ab. Nissan verdrängte in der diesjährigen Erhebung Ford und sicherte sich den dritten Platz in dem Index, Ford belegt nun Platz vier.

Unter den US-Autobauern hat General Motors, das sich bereits wegen defekter Zündschlösser und dem daraus resultierenden Rückruf von 2,6 Millionen Fahrzeugen in einer PR-Krise befindet, den schlechtesten Ruf bei den Zulieferern. Die Lieferanten gaben GM schlechte Noten in allen wichtigen Bewertungskategorien, einschließlich der Vertrauenswürdigkeit insgesamt, der Kommunikationsfähigkeit und des Schutzes geistigen Eigentums. 55 Prozent (Vorjahr: 48 Prozent) der Supplier beurteilen die Zusammenarbeit mit GM als „schlecht“ bis „sehr schlecht“.

Supplier-Umfrage PPI

VW und Mercedes sind in den vergangenen Jahren stetig in der Gunst der Zulieferer gefallen, so zumindest der Supplier Working Relations Index von PPI. Quelle: PPI

Wenigstens eine gute Nachricht für GM: Erweitert man die Liste der Autohersteller um die drei deutschen Autokonzerne BMW, VW und Mercedes, die einen sehr viel kleineren Marktanteil in den USA haben, gaben die Lieferanten an, dass die Zusammenarbeit mit Volkswagen und Mercedes noch schwieriger sei. Dabei erzielte VW den mit Abstand schlechtesten Wert in der Umfrage. BMW dagegen belegte in der erweiterten Liste den zweiten Platz direkt hinter Toyota und noch vor Honda, fiel jedoch gegenüber der Vorjahresumfrage zurück.

PPI zufolge, das die Umfrage seit 14 Jahren durchführt, sind die Urteile der Zulieferer geschäftskritisch, weil sie darüber entscheiden, welcher Autohersteller die neuesten Technologien der Lieferanten zuerst zu sehen bekommt, die besten Preise erzielt und wer mit ihren besten Ingenieuren zusammenarbeitet.

John Henke, Leiter des PPI-Instituts und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Lieferantenketten-Management an der Rutgers Universität, sagte, mit den drei japanischen Autoherstellern auf den ersten Plätzen drohe „eine Ära der Lieferanten-Beziehungen, die nichts Gutes verheißt für die US-amerikanischen Big Three.“

Besonders bedenklich für die US-Autobauer: Die japanischen Automobilhersteller profitieren nicht nur einer schlechteren Beziehungen zwischen den Zuliefereren und den „Big Three“ – sie werden tatsächlich auch von den Automobilzulieferern besser beurteilt als vorher. Besonders bei Toyota und Nissan stieg der Anteil der Lieferanten, die ihre Zusammenarbeit mit den zwei Autoherstellern mit der Note „gut“ oder „sehr gut“ beschrieben.

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Andreas Karius / Marina Reindl / PPI