Motor eines Volkswagen-Modells

Von Kurzarbeit sind vor allem VW-Partner bei Ingenieurs-Dienstleistern betroffen. Bild: Volkswagen

Viele Lieferanten und Dienstleister im Umfeld des Wolfsburger VW-Stammwerkes haben auch noch ein Jahr nach Beginn des Abgas-Skandals mit Kurzarbeit zu kämpfen. Im August 2016 meldeten im Bezirk der zuständigen Arbeitsagentur Helmstedt 16 Betriebe für 199 Personen Kurzarbeit an. Das teilte die Behörde auf Basis vorläufiger Zahlen nach einer dpa-Anfrage am Dienstag (18. Oktober) mit.

Vor allem VW-Partner bei Ingenieurs-Dienstleistern machten zuletzt diese Gruppe aus. Im September 2016 waren es elf Betriebe für 125 Personen. Zum Vergleich: Im August 2015 hatte kein einziger Betrieb Kurzarbeit angemeldet, im September 2015 lag die Zahl bei unter drei Firmen - der Abgas-Skandal war Ende September 2015 aufgeflogen.

Seither schwanken die Anmeldungen für Kurzarbeit, bewegen sich aber in Summe auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die jüngsten Zahlen sind nach Angaben einer Sprecherin vorläufig und könnten auch Mehrfachnennungen einzelner Betriebe enthalten. Dennoch bliebe ihre Aussagekraft als Indiz für die Lage der Automotiv-Branche erhalten.

Da die Zulieferer und Dienstleister rund um Wolfsburg praktisch alle am Tropf von VW hängen, liegt ein Zusammenhang zu den Sparprogrammen des Konzerns auf der Hand. Volkswagen hatte in der Vergangenheit betont, sich nicht zu Fragen anderer Unternehmen äußern zu können.

Von Dienstag an präsentieren sich Hunderte Lieferanten aus der Autobranche auf der 9. Internationalen Zuliefererbörse in Wolfsburg. Erwartet werden bei der Fachmesse rund 800 Unternehmen aus mehr als 30 Ländern. Schwerpunktmäßig soll es dieses Jahr um digitalisierte Mobilität gehen - also etwa um vernetzte Autos oder Services rund um das Thema Autofahren, etwa Fahrdienstvermittlungen per App. Auf der Messe erwarten die Veranstalter 46 Weltpremieren, die zeigen, was die Fahrer in Zukunft in ihrem Auto erwartet.

Zuletzt hatte auch der Streit zwischen einer Zulieferergruppe und VW die Aufmerksamkeit der Branche auf sich gezogen. Die Lieferanten hatten in einem laufenden Rechtsstreit Bauteile einbehalten, was bei Volkswagen für einen Produktionsstillstand in mehreren Werken führte.

Fotoshow: VW muss nach Milliarden-Vergleich weiter bangen

  • Volkswagens Logo am Auto wird poliert.

    Der Fall ist auch nach der finalen Zustimmung zum Kompromiss mit US-Klägern für Volkswagen nicht ausgestanden. Bild: VW

  • Gemälde von Richter Charles Breyer im Gericht.

    Richter Charles Breyer will bekanntgeben, ob er dem zwischen VW und US-Zivilklägern ausgehandelten Kompromiss zur Beilegung des Rechtsstreits endgültig zustimmt. Davor will er sich noch einmal umfassend von den Streitparteien informieren lassen. Die Agenda der Anhörung lässt vermuten, dass dies einige Stunden dauern könnte. Bild: Wikipedia, Scott Wallace Johnston

  • In einer Produktionshalle von VW.

    Die Entscheidung dürfte entweder direkt im Anschluss oder in den nächsten Tagen fallen. VW hatte sich mit geschädigten Kunden sowie US-Behörden auf eine Vergleichszahlung von bis zu 14,7 Milliarden US-Dollar (13,4 Milliarden Euro) verständigt. Bild: VW

  • VWs Logo an einem Auto.

    Später erhöhte sich die Summe durch Einigungen mit Staatsanwälten und Autohändlern auf 16,5 Milliarden US-Dollar. Bild: VW

  • Geld: Münzen und Scheine.

    Dass Breyer den bislang teuersten Vergleich in der Automobil-Geschichte genehmigen wird, gilt als sehr wahrscheinlich. Der Richter hatte das Entschädigungsangebot des Konzern bereits vor Monaten als fair und angemessen eingestuft. Bild: Eyetronic-Fotolia.com

  • VW TDI Golf Bluemotion

    Bei der bislang erzielten Einigung geht es um rund 475 000 VW-Dieselwagen mit kleineren 2,0-Liter-Motoren. Bei etwa 85.000 Dickschiffen des Konzerns, die mit 3,0-Liter-Antrieb der Tochter Audi unterwegs sind, ringt man weiterhin mit den US-Behörden um eine Lösung. Bild: VW

  • Dieselmotor mit der internen Typenbezeichnung EA 189-Motor.

    Bis zur nächsten Anhörung am 3. November will Breyer konkrete Vorschläge sehen, wie diese laut US-Regulierern ebenfalls mit illegaler Software zur Abgaskontrolle ausgerüsteten Autos in einen gesetzeskonformen Zustand versetzt werden können. Bild: VW

  • 1.6 TDI Motor ( EA 189 ): Strömungsgleichrichter.

    Daran doktern die Ingenieure des Konzerns jedoch schon seit Monaten - bislang vergeblich. Sollte eine technische Umrüstung nicht möglich sein, könnte VW gezwungen sein, Kunden wie bereits bei den 2,0-Liter-Modellen Rückkäufe anzubieten. Bild: VW

  • Audi-Fertigung in Brüssel.

    Da es sich bei den größeren Wagen mitunter um teure Luxusmodelle der Oberklassetöchter Audi und Porsche handelt, dürfte das noch einmal richtig ins Geld gehen. Bild: Audi

  • Audi gehört zum Volkswagen-Konzern.

    Zudem könnte der Fall auch zu neuen Spannungen führen, da Motorenentwickler Audi die Täuschungsvorwürfe der US-Behörden bislang zurückweist. Bild: VW

  • 1.6 TDI Motor ( EA 189 ): Strömungsgleichrichter.

    Kurz nachdem VW die erste grundsätzliche Einigung im Massen-Rechtsstreit erzielt hatte, legte eine Reihe von Bundesstaaten bereits mit neuen Klagen nach. Vermont, Maryland, Massachusetts, New York, Washington und Pennsylvania wollen den Konzern wegen Verstößen gegen Umweltgesetze zur Rechenschaft ziehen. Bild: VW

  • Produktion Volkswagen Tiguan in der Fahrzeug-Endabnahme.

    VW strebt auch hier einen Vergleich an, spätestens am 1. November sollen die Verhandlungen beginnen. Weitere US-Staaten können sich den Klagen noch anschließen, dann würde es noch teurer. Bild: VW

  • Abgas qualmt aus dem Auspuff.

    Den größten Brandherd für VW dürften aber die strafrechtlichen Ermittlungen der US-Justiz darstellen. Nachdem im September der erste in den Skandal involvierte Ingenieur im Zuge einer Strafanzeige ein Geständnis abgelegt und Kooperation mit den US-Behörden versprochen hat, bleibt abzuwarten, wen der langjährige Mitarbeiter noch alles belastet. Bild: Stefan-Redel-Fotolia.com

  • VW auf dem Prüfstand.

    Das US-Justizministerium prüfe bereits, welches Strafmaß man dem Konzern wegen krimineller Vergehen zumuten könnte, berichtete der Finanzdienst Bloomberg vor wenigen Wochen unter Berufung auf Insider. VW und das Ministerium wollten sich dazu nicht äußern. Bild: VW