Dürr-Innovationen für ein modulares Prozesslayout

Zu den Innovationen zählt ein Boxenlayout: Mit EcoProBooth lassen sich Dürr zufolge gleich mehrere Lackaufträge in nur einer Kabine durchführen. (Bild: Dürr)

Man habe die Corona-Pandemie bis jetzt gut gehandhabt und gehe mit zahlreichen Innovationen zuversichtlich in die Zukunft, so Jochen Weyrauch, CEO Dürr Systems AG, bei der Eröffnung des Open House-Events. Seine Produktschau führt das Unternehmen erstmals im digitalen Format durch. Weyrauch kann von einer guten Auftragslage der 1896 gegründeten Firma berichten, der sich ihm zufolge gut 17.500 Beschäftigte voll und ganz widmen.

Dürr setzt auf Konzept der "Lackieranlage der Zukunft"

"Flexibilität, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit sind die wichtigsten Anforderungen, die Hersteller heute an den Lackierprozess stellen", sagt der CEO mit Blick auf die Wünsche, mit denen Kunden auf Dürr zukommen. Diese erfülle man mit dem Konzept der Lackieranlage der Zukunft und überwinde mit ihm die Einschränkungen der starren Produktionslinie. Die rund 120 Arbeitsschritte laufen dem Unternehmen zufolge idealerweise in skalierbaren Modulen oder kleinen Abschnitten – parallel und zeitlich exakt an den Bedarf der einzelnen Karosserie angepasst.

Wichtig bei der Strategie im Angebotsportfolio sei, dass man sowohl Green- als auch Brownfield-Projekte unterstützen könne, sagen die Dürr-Experten Bruno Welsch und Lars Friedrich. Sehr genau habe man sich dazu alle Systeme angeschaut. Bei den Entwicklungen, auch für bereits bestehende Anlagen, zielt man ihnen zufolge auf Verbesserungen der Overall-Effectiveness.

Dürr will den Anwendern auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene, skalierbare Lösungen bieten. Dabei spiele die Digitalisierung freilich eine Rolle, heißt es. Diese sei aber nicht zwingend auf bereits bestehende Dürr-Anlagen ausgelegt, sondern durchaus auch mit anderen Lösungen kompatibel. Ein veritables Vehikel dazu soll das Transportsystem EcoProFleet sein, das erste speziell für Lackierereien entwickelte AGV (Automated Guided Vehicle), das zum Bestücken einzelner Stationen dient. Kombiniert mit einem Hochregallager soll das AGV den intelligenten Materialfluss entlang des kompletten Prozesses ermöglichen. Hierbei kommt der Markennamen DXQ ins Spiel, hinter dem sich die Software-Welt von Dürr verbirgt. Die Software DXQcontrol etwa soll jedes AGV so intelligent steuern, dass alle Module stets effizient ausgelastet sind.

Mit dem Anlagendesign EcoProWet PT setzen die Dürr-Entwickler auf standardisierte Kammern anstelle von hintereinander gereihten Tauchbecken. Der Raumbedarf in der Fläche werde so verkleinert und das Konzept schaffe mehr Flexibilität heißt es dazu von Seiten der Experten. Die anschließende Nahtabdichtung automatisiert Dürr weiter durch den neuen Applikator EcoSealJet Pro sowie die Software DXQequipment.analytics. Beim Lackiervorgang selbst fasst das Boxenlayout das Auftragen der Primer- und Basecoat-Schichten – den Innen- und die beiden Außenaufträge – in nur einer Kabine zusammen. Damit entfallen bei der Lackierkabine EcoProBooth zwei der drei bisher üblichen Fördervorgänge.

Das neue modulare Anlagendesign von EcoProWet PT
Das neue modulare Anlagendesign von EcoProWet PT basiert auf standardisierten Kammern statt auf hintereinander gereihten Tauchbecken. (Bild: Dürr)

Obwohl früher Anlagen jahrelang liefen, dürfe man nicht außer Acht lassen, dass sich der Softwaremarkt rasant verändert habe, sagt der DXQ-Experte Felix Losch. Er verweist auf die zunehmende Zahl der Cyberangriffe wie auch die große Zahl an Software-Funktionen. Ohne diese werde heute kein Auto mehr produziert. In den jetzigen Zeiten sei „Never change a running system“ aber keine tragbare Philosophie mehr. Ausfälle etwa nur eines PCs könnten einen kompletten Produktionsstopp hervorrufen und damit zum großen finanziellen Risiko für Unternehmen werden. Mit DXQ setze man auf neueste Technik und einen standardisierten Ansatz. Mit den sogenannten DXQ Readiness-Assessments prüfe man zudem auch die Fähigkeiten älterer Anlagen, um eine Steigerung der Performance zu erwirken. Dabei lassen sich den Experten zufolge auch Fremdgewerke an DXQ anbinden.

Die eigenen Software-Produkte machen die Boxen-Lackierung zur Smart Factory, hört man von Dürr. Ein wichtiges Tool dabei sei DXQplant.analytics, das mithilfe von KI-Algorithmen und Machine-Learning-Modulen Sensordaten, Meldungen und Informationen bereitstelle und gezielt auswerte. Damit wolle man die Qualitätsverantwortlichen dabei unterstützen, frühzeitig Zusammenhänge zu erkennen, um Fehler zu vermeiden und die First-Run-Rate zu erhöhen.

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