ZF-Bilanz 2019 - Bild Headquarter

Die ZF Friedrichshafen AG hat in einem herausfordernden Umfeld ihre im Sommer 2019 angepassten Ziele für das Gesamtjahr erreicht. Bild: ZF

| von Götz Fuchslocher
Vorsitzender des Vorstands von ZF, Wolf-Henning Scheider
„Wir bei ZF haben schnell und entschieden auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert und die Interessen der Mitarbeiter bestmöglich mit denen des Unternehmens in Einklang gebracht, so der Vorsitzende des Vorstands von ZF, Wolf-Henning Scheider. Bild: ZF

„In diesen Tagen erleben wir, wie die Märkte gewissermaßen über Nacht aus den Fugen geraten sind“, sagte der Vorsitzende des Vorstands von ZF, Wolf-Henning Scheider. Man habe schnell und entschieden auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert und die Interessen der Mitarbeiter bestmöglich mit denen des Unternehmens in Einklang gebracht, so der ZF-Chef weiter. ZF habe in der vergangenen Woche mit der Arbeitnehmervertretung in Deutschland eine Vereinbarung getroffen, die das Einführen von Kurzarbeit und das kontrollierte Herunterfahren von Produktion und Verwaltung ermögliche. Auch in dieser ernsten Situation bleibe das Unternehmen zuversichtlich und bereite sich darauf vor, die Werke in Europa und den USA nach dem Stopp wieder hochzufahren. In Asien sei die Produktion bereits wieder angelaufen.

Höhere Ausgaben und Marktschwäche prägen die Kennzahlen

2019 prägen indes laut dem Unternehmen höhere Ausgaben und die Marktschwäche die Kennzahlen für 2019. Der Umsatz des ZF-Konzerns lag 2019 mit 36,5 Milliarden Euro rund 400 Millionen unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um M&A-Aktivitäten sowie positive Wechselkurseffekte ergibt sich laut ZF ein organischer Umsatzrückgang von 1,9 Prozent. Das bereinigte EBIT lag bei 1,5 (2018: 2,1) Milliarden Euro; die bereinigte EBIT-Marge ging auf 4,1 (2018: 5,6) Prozent zurück. Das Ergebnis sei geprägt durch gestiegene Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau neuer Standorte für Zukunftstechnologien. Der um Unternehmenskäufe und -verkäufe bereinigte Free Cashflow lag bei 803 (2018: 891) Millionen Euro.

ZF-Finanzvorstand Dr. Konstantin Sauer
"Konnten unsere Kostenstruktur weitgehend an die geänderte Marktlage anpassen“, so ZF-Finanzvorstand Konstantin Sauer. Bild: ZF

ZF habe auf die schwächeren Märkte konsequent reagiert, Investitionen überprüft und zurückgestellt sowie an mehreren Standorten Schließtage vereinbart – rein über betriebliche Flexibilisierungsinstrumente. „Wir konnten unsere Kostenstruktur weitgehend an die geänderte Marktlage anpassen“, sagte ZF-Finanzvorstand Konstantin Sauer. Damit habe man erreicht, dass die Ergebnisgrößen noch innerhalb des zur Jahresmitte 2019 korrigierten Erwartungskorridors liegen. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen 1,9 (2018: 1,6) Milliarden Euro. Mit 5,2 Prozent lag die Investitionsquote deutlich über jener von 2018 (4,3 Prozent). Ein Erfolg sei, wie Finanzvorstand Sauer weiter ausführte, die Refinanzierung des geplanten Kaufs des Nutzfahrzeugbremsenherstellers Wabco gewesen. Dafür habe ZF im vergangenen Oktober am Kapitalmarkt Anleihen und Schuldscheine in Höhe von insgesamt 4,8 Milliarden Euro platziert.

Erneut mehr Mittel für Forschung und Entwicklung ausgegeben

Mit 2,7 (2018: 2,5) Milliarden Euro hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge erneut mehr Mittel für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Die F&E-Quote stieg von 6,7 auf 7,3 Prozent. „Wir wollen, nachdem wir die aktuelle Krise bewältigt haben, weiter zielgerichtet in Zukunftstechnologien investieren“, sagte ZF-Chef Scheider. Ende 2019 beschäftigte ZF weltweit 147.797 Mitarbeiter (2018: 148.969). Der Rückgang um 0,8 Prozent spiegele die schwächere wirtschaftliche Entwicklung wider – ursprünglich habe man einen Aufbau um mehrere Tausend Mitarbeiter geplant.

Für 2020 könne man gegenwärtig keine verlässliche Prognose treffen, so Scheider. Mit der Strategie "Next Generation Mobility" sei man langfristig aber gut vorbereitet, um die Mobilität der Zukunft zu verwirklichen. „Unser Ziel ist, bis 2040 entsprechend der Vorgaben des UN-Klimarats klimaneutral zu sein“, ergänzte Scheider. „Dazu bauen wir die bestehenden Programme zur Energieeffizienz aus und setzen noch mehr auf grüne Energie aus Eigenerzeugung.“

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