ZF will  WABCO übernehmen

In Folge der WABCO-Transaktion könnte ZF künftig auch im Bereich Nutzfahrzeuge einen vollständig integrierten Systemansatz bieten. Bild: WABCO

Der Vorstand sowie der Aufsichtsrat von ZF und das Board of Directors von Wabco haben einer Mitteilung zufolge der geplanten Akquisition zugestimmt. Demnach hat ZF eine bindende Vereinbarung zur Übernahme von Wabco (NYSE: WBC) zu 136,50 US-Dollar je Aktie unterzeichnet. Damit beläuft sich der gebotene Kaufpreis auf insgesamt ca. 7 Milliarden US Dollar.

Gemeinsam wollen ZF und Wabco einen führenden integrierten Systemanbieter für Nutzfahrzeugtechnik bilden. Das kombinierte Unternehmen repräsentiert aktuell einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro.

Der geplante Deal gilt als Bestandteil der Strategie „Next Generation Mobility“ von ZF und erweitert die Kompetenz des Unternehmens erstmals auf das Bremsen von Nutzfahrzeugen. Für die Steuerung automatisierter Fahrfunktionen einschließlich von Notbremsmanövern von Lkw und Anhängern spielt dies eine zentrale Rolle.

In Folge der Transaktion könnte ZF künftig  auch im Bereich Nutzfahrzeuge einen vollständig integrierten Systemansatz, neue Antriebssysteme der E-Mobilität sowie autonome Fahrfunktionen bieten. ZF erwartet, dass automatisierte Fahrfunktionen in Zukunft vor allem im Nutzfahrzeugbereich und in Gebieten mit geringer Komplexität und Verkehrsdichte (etwa Werksgelände, Flughäfen, Landwirtschaft) nachgefragt werden und dort für Wachstum sorgen.

Der Zusammenschluss beider Unternehmen soll die Entwicklung von Zukunftstechnologien zur Ermöglichung autonomer Funktionen von Nutzfahrzeugen weiter beschleunigen. Und: ZF macht sich dadurch unabhängiger von den Konjunkturzyklen der Pkw-Industrie.

 

Die geplante Übernahme von Wabco steht im Einklang mit dem Ziel von ZF, Technologielösungen zu entwickeln, durch die Pkw und Nutzfahrzeuge sehen, denken und handeln können, um zur Emissionsminderung beizutragen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Während ZF bereits Systeme der Sensorik und Computertechnik anbietet, die Fahrzeugen das „Sehen“ und „Denken“ ermöglichen, kann zukünftig gemeinsam mit Wabco das Portfolio der Nutzfahrzeugtechnologie um das „Handeln“ komplettiert werden. Hier gehört ZF bereits heute im Bereich der Lenkung und Antriebstechnik zu den führenden Anbietern.

Dr. Konstantin Sauer, Finanzvorstand von ZF, kommentiert: „Dies ist ein guter Zeitpunkt für die geplante strategische Übernahme von Wabco. Nach der erfolgreichen Integration von TRW hat ZF seine Verschuldung signifikant reduziert. Wir haben unsere Ziele dabei sogar übertroffen. Wabco ist ein gesundes und wachsendes Unternehmen mit einem starken Cashflow-Profil, das ideal zu ZF passt und die Umsetzung unserer Strategie unterstützt.“

Die Transaktion unterliegt einer Reihe üblicher Vollzugsbedingungen, darunter die Zustimmung der bestehenden Aktionäre mit mehr als 50 Prozent der ausstehenden Aktien von Wabco sowie die Genehmigung durch die zuständigen Behörden. ZF erwartet, dass die Transaktion Anfang 2020 abgeschlossen werden kann.