Mittlerweile ist der 1999 erstmals produzierte Leon Seats meistverkaufte Modellreihe und hat den Ibiza längst auf Platz zwei verdrängt. Die aktuelle Modellgeneration ist nun vier Jahre auf dem Markt - Zeit also für ein Facelift. Vor allem das vor kurzem erst eingeführte SUV Ateca diente beim Update des Leon als Ideengeber - vor allem beim Design des Innenraums und bei den Assistenzsystemen.

Äußerlich hat sich denn auch nur wenig geändert. Front und Heck haben etwas schärfere Linien bekommen als bisher schon. Der Kühlergrill, den es in zwei Versionen gibt, wurde um 40 mm gestreckt und die Scheinwerfer sind neu gestaltet. Neu ist auch die Form der Stoßfänger vorne und hinten. Scheinwerfer, Blinker und Nebelscheinwerfer leuchten nun allesamt in LED-Technik. Xenonlicht gibt es nun auch beim Leon überhaupt nicht mehr im Angebot und wird konzernweit nach und nach durch LED ersetzt.

Innen modellierten die Spanier vor allem die leicht erhöhte Mittelkonsole um, die nun auch eine elektronische Parkbremse integriert hat. Praktisch: ein kleines Fach daneben für den Schlüssel, der so seinen festen Platz hat, auch wenn er längst nicht mehr in einem Zündschloss steckt. Gestartet wird auf Knopfdruck. Kleine Spielerei: Der Leuchtring um den Startknopf pulsiert wie im Ateca mit der Frequenz des Herzschlags. In der Mitte des Armaturenbretts informiert künftig ein großes und gut lesbares 8-Zoll-Display. Das Kombiinstrument vor dem Fahrer ist noch ausschließlich klassisch analog - 2018 soll als Option eine rein digitale Version verfügbar sein, wie sie im Konzern etwa Audi und VW bereits anbieten. Neu im Leon auch ein kabelloses Ladesystem für Smartphones.

Die Palette der Motoren reicht bei den Benzinern künftig von 110 bis 180 PS und bei den Dieselaggregaten von 115 bis184 PS. Neu dazu gekommen ist ein 85 kW/115 PS starker Turbodiesel mit 1,6 Litern Hubraum und serienmäßigem Start-Stopp-System. Dessen offizieller Durchschnittsverbrauch liegt bei 4,1 Litern auf 100 Kilometern, was einem CO2-Ausstoß von 115 g/km entspricht.

Der neue Selbstzünder erstaunt schon auf den ersten Kilometern. Nur 115 PS? Vom Gefühl her suggeriert er einziges mehr an Kraftentfaltung. Auf den Druck des Gaspedals reagiert er spontan und nahezu ohne Verzögerung. Der Sprint, den er bei Vollgas aus dem Stand auf 100 km/h abliefert, kommt einem deutlich schneller vor, als die offiziell angegebenen 9,5 Sekunden. Überholen auf der Landstraße oder Zwischenspurt auf der Autobahn? Völlig entspannt. Nicht zuletzt, weil das maximale Drehmoment von 250 Nm bereits ab 1.500 U/min. anliegt, lässt sich der 115-PS-Leon zudem sehr schaltfaul fahren - je nach Fahrsituation kommt man meisten durchgehend mit dem dritten oder vierten Gang aus. Zudem ist der Diesel laufruhig und leise, es wird im Leon auch beim Beschleunigen auf die 193 km/h Höchstgeschwindigkeit nicht übermäßig laut. Nur beim Verbrauch mag er nicht mehr den Musterknaben spielen: Trotz normaler Fahrweise rechnete der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 6,6 Liter aus.

Edel-Version obendrauf

Bei den Getriebeoptionen geht es von der manuellen Fünfgang-Schaltung bis zum Doppelkupplungsgetriebe. Der 115-PS-Leon kommt serienmäßig mit einer präzise arbeitenden Handschaltung. Auch einen Allradantrieb mit Haldex-Kupplung wird es künftig wieder geben. Die Lenkung ist exakt - und so gefühllos wie bisher. Bei eingeschaltetem Spurhalteassistenten (der nicht nur warnt, sondern aktiv gegensteuert, sobald man ohne zu blinken über eine Linie auf der Fahrbahn steuert) braucht es einige Kraft, ihm den eigenen, womöglich abweichenden Willen klar zu machen.

Deutlich aufgerüstet hat Seat den Leon bei den - zum Teil bereits serienmäßigen - Assistenzsystemen. City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung, ein Stauassistent, der automatische Distanzregelung, Tempomat und Spurhalteassistent kombiniert nutzt und bis 60 km/h automatisch lenkt, beschleunigt sowie bremst (wobei allerdings die Hände des Fahrers noch am Lenkrad bleiben müssen), Verkehrszeichenerkennung und Fernlichtassistent gehören zu den Optionen.

Wie bisher wird es den Leon in drei Karosserievarianten geben: als 5-Türer, als 3-türige SC-Variante und als Kombi ST. Dazu kommt der X-Perience mit seiner etwas robusteren Optik. Neu im Modellprogramm ist die Ausstattungsvariante "Xcellence". Sie bietet als besonders komfortable Version unter anderem spezielle Polster und Ambiente-Licht.

In der Basisversion kostet der überarbeitete Seat Leon als SC mit drei Türen und 86 PS von 14.990 Euro an aufwärts, mit fünf Türen gibt es ihn ab 15.490 Euro. Der Leon mit 115-PS-Dieselmotor und fünf Türen startet bei 22.250 Euro. In der Xcellence-Ausstattung muss man mindestens 24.590 Euro an Seat überweisen. 35% der Leon gehen als Kombi in der ST-Version an die Kunden - künftig für mindestens 16.640 Euro (1.2 TSI mit 86 PS). Ausgeliefert wird der facegelifteten Seat Leon ab Januar 2017.