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Brexit-Stress für BMW: BMW baut in England den Mini, den Rolls-Royce und Motoren auch für BMW-Autos. Umgekehrt werden Karosserien, Motoren und andere Bauteile für Mini und Rolls-Royce aus der EU zugeliefert. Bild: BMW

| von Tino Böhler

BMW ist mit seinen vier Auto- und Motorenwerken in England nach eigener Darstellung besonders vom Brexit-Hickhack betroffen. Weil die anhaltende Unsicherheit die Geschäftsentwicklung belaste, appellierte BMW am Donnerstag (11. April 2019) "nachdrücklich an alle Beteiligten", die dringend benötigte Planungssicherheit zu schaffen und den reibungslosen Handel zu erhalten. Als wichtiger Arbeitgeber, Investor und Exporteur bleibe BMW dem Vereinigten Königreich verpflichtet und bereite sich auf verschiedene Brexit-Szenarien vor, sagte eine Sprecherin.

"Ein scheibchenweise verschobener Starttermin wäre für uns kein gutes Szenario", hatte Einkaufsvorstand Andreas Wendt schon im Februar vergeblich gewarnt. BMW hatte sich auf den EU-Austritt Londons am 29. März vorbereitet, Lager und sogar ein Transportflugzeug angemietet und die jährliche Wartung in seinen englischen Werken von Juli auf April vorgezogen.

BMW baut in England den Mini, den Rolls-Royce und Motoren auch für BMW-Autos. Umgekehrt werden Karosserien, Motoren und andere Bauteile für Mini und Rolls-Royce aus der EU zugeliefert. Bei einem harten Brexit würden für Autos sofort 10 Prozent für Bauteile 4,5 Prozent Zoll fällig. BMW hat im vergangenen Jahr fast jedes zehnte Auto auf der Insel verkauft – 238.000 Stück. Für Zölle, Verzögerungen und Lager in Folge des Brexits hat der Vorstand dieses Jahr knapp eine halbe Milliarde Euro eingeplant.