Peter BMW Shanghai

„Unser Eindruck ist auch, da könnte eine Lösung in den kommenden Wochen oder Monaten kommen“, sagte BMW-Finanzchef Peter (zweiter von rechts) auf der Automesse in Shanghai. „Wir werden zwischen fünf und zehn Prozent in diesem stagnierenden Markt wachsen und damit Segmentanteile gewinnen“, so Peter weiter. Bild: BMW

| von Tino Böhler

Der deutsche Autobauer BMW sieht Zeichen der Entspannung im für ihn so teuren Zollstreit zwischen den USA und China. „Unser Eindruck ist auch, da könnte eine Lösung in den kommenden Wochen oder Monaten kommen“, sagte BMW-Finanzchef Nicolas Peter am Dienstag (16. April 2019) auf der chinesischen Automesse in der Hafenmetropole Shanghai. Im vergangenen Jahr hatten zwischenzeitlich erhobene Sonderzölle auf Autos aus US-Produktion den Dax-Konzern mit 270 Mio Euro belastet. BMW importiert vor allem SUVs der X-Modellreihe aus den USA nach China.

„Das erste Quartal ist gut gelaufen ohne diese Strafzölle und es sieht auch fürs zweite Quartal ja ganz vernünftig aus“, sagte Peter. Es könne bei einer Lösung des Handelsstreits zwischen den beiden Staaten auch sein, dass keine weiteren Ergebnisbelastungen auf die Münchener zukommen.

Auf dem wichtigsten Einzelmarkt China will das Unternehmen ohnehin trotz der aktuellen Marktschwäche bei weiter mehr Autos verkaufen. „Wir werden zwischen fünf und zehn Prozent in diesem stagnierenden Markt wachsen und damit Segmentanteile gewinnen“, sagte Peter. Premiumautobauer trifft die Verunsicherung der chinesischen Autokäufer im Verkauf derzeit nicht so stark wie die Massenhersteller, darunter etwa Volkswagen.

Die Nachfrage in Großbritannien habe interessanterweise trotz der Unsicherheit um den Brexit aktuell kaum nachgelassen. „Unschön ist für uns die Unsicherheit, wir brauchen Stabilität für Investitionsentscheidungen.“ Sorgen macht sich der Manager beim Absatz eher um die Konjunktur in Südeuropa. Auch in den USA will BMW dagegen beim Absatz zwischen einem und 5 % zulegen. Einer in Medienberichten kolportierten möglichen Zusammenarbeit mit dem Rivalen Daimler bei der Entwicklung von Plattformen für kleinere Fahrzeuge erteilte Peter eine klare Absage. „Das ist nicht der Plan.“