Für Cadillac-Chef Johan de Nysschen spielt der CT6 eine zentrale Rolle bei der Schärfung des

Für Cadillac-Chef Johan de Nysschen spielt der CT6 eine zentrale Rolle bei der Schärfung des Markenprofils. Über dem S-Klasse-Konkurrenten soll es – ähnlich dem Maybach – eine Luxusversion geben. Bild: Cadillac

Zu den Luxusplänen äußerte sich Markenchef Johan de Nysschen gegenüber der AUTOMOBIL PRODUKTION. Derzeit ist der Ex-Audi-Manager dabei, die Traditionsmarke für den globalen Erfolg umzustrukturieren. Zentraler Bestandteil ist dabei der Ausbau der Modell- und Motorenpalette im Bereich der Kompaktmodelle, aber auch im Luxussegment. Erst vor wenigen Wochen enthüllt wurde der CT6. Mit diesem will de Nysschen mit Blick auf Nordamerika und China einen potenten Konkurrenten zu Mercedes S-Klasse, 7er BMW und Audi A8 ins Feld schicken.

IHS Automotive traut dem Spitzenmodell der Amerikaner, dessen Plug-in-Hybrid-Version in Shanghai gezeigt wurde, bereits kurzfristig eine tragende Rolle innerhalb des Modellportfolios zu. 2016 rechnet Analystin Stephanie Brinley mit einer Produktionszahl von 31.000 Einheiten, die dann bis 2020 auf 55.000 Einheiten ansteigen dürfte. Damit würden dann etwa 15 Prozent der Cadillac-Produktion auf die Luxus-Limousine entfallen. Die Tage des Fahrzeugs als Flaggschiff sind aber bereits vor Markteinführung gezählt. Denn wie de Nysschen sagte, will man die Luxusambitionen der Marke mit einem Modell oberhalb des CT6 unterstreichen. Zwar wolle man auch in Zukunft nicht in Sphären von Rolls Royce oder Bentley vordringen. Eine on-Top-Version ähnlich wie es Mercedes bei der S-Klasse mit dem Maybach vorexerziert habe, sei in der Planung.

GM pumpt bis 2020 die Summe von 12 Milliarden US-Dollar in Cadillac. Anspruch ist, die Marke zu globaler Relevanz zu führen. Erreichen will de Nysschen das durch die Schließung wichtiger Modell-Lücken im Portfolio wie etwa im Bereich SUV und Crossover, ein weniger stark auf den US-Geschmack zugeschnittenes Design und neue Kompaktmodelle. Speziell in Westeuropa, wo Cadillac im vergangenen Jahr gerade mal 400 Autos verkaufte, soll die Zeit bis zum kommen Europa-tauglicher Modelle im Jahr 2020, dazu genutzt werden, innovative Handelskonzepte zu erproben.

Bis 2020 peilt de Nysschen einen weltweiten Cadillac-Absatz von 500.000 Einheiten an. IHS traut der Marke, die 2014 264.000 Autos verkaufte, eine ordentliche Wachstumskurve zu, hält eine halbe Million Autos bis 2020 aber für überambitioniert. So sehen die Marktexperten Cadillac im Jahr 2019 bei 328.000 Einheiten.

In der aktuellen Ausgabe geht AUTOMOBIL PRODUKTION (ET: 7. Mai) ausführlich darauf ein, wie Johan de Nysschen Cadillac in der ersten Liga der globalen Premium-Marken etablieren möchte

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Frank Volk