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Auf der Anfahrt Richtung Russland: bereits ab Frühjahr 2017 will Qoros Autos in Russland verkaufen. Bild: Qoros

Ob das eine gute Idee ist? Die Marktexperten von IHS Automotive halten es jedenfalls für ein gewagtes Unterfangen, mit einer Marke, die bislang weit hinter den eigenen Ambitionen zurück bleibt, ausgerechnet in Russland die Internationalisierung zu starten. Russland steckt in einer schweren Wirtschaftskrise, der Automarkt ist in den vergangenen Jahren nahezu kollabiert mit  -36 Prozent im vergangenen Jahr und weiteren -14 Prozent in den ersten sieben Monaten 2016.

Das scheint die Geldgeber von Qoros, den Finanzinvestor Israel Holdings und den chinesischen Autobauer Chery, nicht abzuschrecken. So sucht Chery laut einen Bericht der Nachrichtenagentur Skrin in Russland nach einem Vertriebspartner für Qoros. Obwohl Chery selbst seit einigen Jahren in Russland vertreten ist, soll die mit viel deutschem Ingenieurs-Knowhow aufgebaute Marke nicht über die Mutter an den Markt gebracht werden. Der Verkauf der ersten Qoros-Modelle könnte im Frühjahr beginnen.

Ein rascher Erfolg ist angesichts der miserablen Marktverfassung in Russland nicht zu erwarten. IHS Automotive erwartet im ersten Jahr weniger als 500 verkaufte Einheiten. Ursprünglich wollte Qoros über Tschechien den Weg nach Westeuropa suchen. Angesichts der massiven Schwierigkeiten in China hat man diese Pläne aber fallen gelassen. In China verkaufte Qoros im Jahr 2015 rund 14.000 Fahrzeuge. Die Marktexperten von IHS erwarten einen Anstieg auf 60.000 Einheiten bis 2019. Das ist in etwa die Größenordnung, die man schon vor zwei Jahren hätte erreichen wollen.