Reduktion CO2-Ausstoß VW

Das größte Problem der Branche mit Blick auf die Jahre 2020 und 2021 sei die erwartete Kostensteigerung im Zusammenhang mit der geforderten Reduktion des CO2-Ausstoßes, so Flowers.

| von Tino Böhler

Die Commerzbank sieht die Ergebnisentwicklung der europäischen Automobilindustrie von diversen Herausforderungen bedroht. Die Themen Einfuhrzölle, Rechtsstreitigkeiten, Nachfrageschwäche und Abgasproblematik dürften dem Sektor weitere Gewinnwarnungen einbrocken, warnte Analyst Demian Flowers in einer am Montag (22. Juli 2019) vorliegenden Branchenstudie. Dabei sieht er die Autozulieferer in weit größerer Gefahr als die Fahrzeughersteller.

Das größte Problem der Branche mit Blick auf die Jahre 2020 und 2021 sei die erwartete Kostensteigerung im Zusammenhang mit der geforderten Reduktion des CO2-Ausstoßes, so Flowers. Der Experte reduzierte seine Ergebnisprognosen (Ebit) der beiden kommenden Jahre für den Sektor um durchschnittlich knapp 11 %. Für die Hersteller senkte er die Ebit-Schätzungen dabei jedoch um lediglich 4,9 %, für die Zulieferer hingegen um 18,7 %.

Bewertungschancen für die Branche kämen erst zum Tragen, wenn die Berechenbarkeit der Gewinnentwicklung wieder zunehme, schrieb Flowers. Er stufte die Aktien des französischen Autobauers PSA und des deutschen Zulieferers Leoni jeweils von ‚Hold’ auf ‚Reduce’ ab. Zudem schraubte er seine Kursziele für die Anteilsscheine von BMW, Fiat Chrysler, Renault und Continental deutlich nach unten. Sein ‚Top Pick’ im Sektor sind die Vorzugsaktien von Volkswagen. Unter den Papieren der Produzenten zieht er jene der Massenhersteller denen der Premium-Autobauer vor.