Pkw vor Auslieferung / Export

Die Automobilindustrie in Deutschland ist laut der Unternehmensberatung Ernst & Young im vergangenen Jahr kaum noch gewachsen. US-Sonderzölle und ein ungeordneter Brexit dürften - wenn sie kommen - auch 2019 erhebliche Einbußen am Standort Deutschland nach sich ziehen, so EY-Mann Fuß. Bild: Pixabay

Die Automobilindustrie in Deutschland ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahr kaum noch gewachsen. Trotzdem haben Hersteller und Zulieferer weiter Tausende neue Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt erwirtschaftete die Branche hierzulande 2018 einen Umsatz von knapp 425 Mrd Euro, wie aus einer Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) hervorgeht, die am Mittwoch (27. Februar 2019) veröffentlicht wurde. Das war - nach einem deutlichen Sprung im Jahr davor - nur noch ein Plus von 0,4 %. Beim Export stand am Ende des Jahres sogar ein Minus. Die Zahl der Beschäftigten hingegen wuchs laut der Studie um 1,7 % binnen Jahresfrist auf rund 834.000 und damit abermals auf einen neuen Höchststand.

Basis für die Berechnungen sind Daten des Statistischen Bundesamtes sowie der Bundesagentur für Arbeit zum Automobilstandort Deutschland. Umsatz, den die deutschen Konzerne im Ausland machen, oder Produkte, die sie von dort in weitere Länder liefern, fließen somit nicht ein.

Betrachtet man die Autohersteller und die Zulieferer getrennt, zeigt sich laut Studie gar eine gegenläufige Entwicklung. Einem Umsatzminus der Hersteller von 0,2 % steht ein Plus der Zulieferer von 2,1 % gegenüber - ausschließlich in Deutschland, wohlgemerkt. Auch die Zahl der Beschäftigten stieg bei den Zulieferern stärker. EY-Experte Peter Fuß hält auch 2019 für ein schwieriges Jahr, nicht nur, weil große Absatzmärkte schwächeln. US-Sonderzölle und ein ungeordneter Brexit dürften, wenn sie denn kommen, erhebliche Einbußen am Standort Deutschland nach sich ziehen, sagte Fuß. Zudem sei das derzeitige Beschäftigungswachstum wohl nicht nachhaltig.