VW-Chef Matthias Müller

VW-Chef Matthias Müller regte in einem Interview an ein Ende der Diesel-Steuervorteile an und steht seither dafür in der Kritik.

„Wenn der Umstieg auf umweltschonende E-Autos gelingen soll, kann der Verbrennungsmotor Diesel nicht auf alle Zeiten weiter wie bisher subventioniert werden“, sagte Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller letzte Woche gegenüber dem Handelsblatt in einem Interview. Darin plädiert er für schrittweise Umschichtung von Steuererleichterungen auf Diesel, die seiner Meinung nach „sinnvoller in die Förderung umweltschonender Antriebstechniken investiert“ werden sollten. Damit trifft Müller einen wunden Punkt und folgte ein Aufschrei aus der Branche.

Während sich Politik und Verbände klar gegen die Aussage Müllers positionieren, stärkt Auto-Papst Ferdinand Dudenhöffer dem Manager nun den Rücken: „ist der Vorschlag von VW-Chef Müller wirklich hilfreich“, urteilt der Präsident des CAR-Center Automotive Research in Essen in einer kurzen Stellungnahme. Schließlich könne es noch dauern, bis die Maßnahmen aus den Diesel-Gipfeln der Kanzlerin greifen: „Bis die Kommunen mal an die versprochenen Gelder kommen und dann die Maßnahmen wirklich greifen, sprechen wir über das nächste oder gar übernächste Weihnachtsfest.“ Auch die Software-Updates und Diesel-Prämien werden das Problem nicht, prognostiziert der Branchenexperte. „Wir sollten mit Fahrverboten planen“, sagt Dudenhöffer. „Mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit werden München, Stuttgart, Düsseldorf, Köln und andere per Gerichtsbeschluss an Fahrverboten nicht vorbeikommen. Was sollen dann die Kommunen machen? Politiker-Phrasen aus Berlin werden das Problem nicht lösen. Hilflose Kommunen bleiben übrig.“

Gleiches gelte nach Dudenhöffers Ansicht auch für die Diesel-Steuervorteile: „Es gibt keinen Grund, der diese Steuervorteile rechtfertigt. Wir fahren weiter in die falsche Richtung, also in die Vergangenheit statt in die Zukunft“, so der Branchenexperte.