Audi E-Tron

Für den Elektro-SUV e-tron gebe es weltweit 20 000 Reservierungen, ein Drittel davon aus Norwegen, teilt Audi mit. Bild: Audi

| von Roswitha Maier

Die Autoindustrie bleibt angesichts des schwächelnden chinesischen Automarktes unter Druck. Der einst so rasant wachsende wichtigste Einzelmarkt der deutschen Autobauer bleibt auch im zehnten Monat nacheinander auf Talfahrt. Im März gingen die Verkäufe an Privatkunden im Land im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12 Prozent auf 1,78 Millionen Wagen zurück, wie der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) am Dienstag in Peking mitteilte. Das war nach den Daten des Verbands der zehnte Rückgang in Folge.

Vor allem der Zollstreit zwischen den USA und China verunsicherte die chinesischen Verbraucher und ließ sie beim Kauf zögern. Zudem warteten die Kunden zuletzt auch auf eine angekündigte Mehrwertsteuersenkung zum 1. April, darüber hinaus belastet die nicht mehr so rasant wachsende chinesische Konjunktur die Kauflust. Im Februar waren die Verkäufe von Limousinen, SUVs, Minivans und kleineren Mehrzweckfahrzeugen mit minus 18,5 Prozent noch stärker eingebrochen, im Januar um 4 Prozent.

Im April könnte es aber nun mit der Mehrwertsteuersenkung wieder etwas aufwärts gehen, sagte PCA-Generalsekretär Cui Dongshu in Peking. Allerdings reichte die Zuversicht nicht so weit, dass er für das Gesamtjahr ein Wachstum in Aussicht stellen wollte. Immerhin soll in diesem Jahr der Verkauf alternativ angetriebener Autos - also Batterie-, Hybrid- und brennstoffzellenbetriebene Wagen - von 1,6 Millionen auf 1,7 Millionen klettern.

Jeder zweite VW wird in China ausgeliefert

Die Kaufzurückhaltung der Kunden auf dem wichtigen Automarkt China hat Volkswagen erneut schwer getroffen. Die Kernmarke VW Pkw lieferte im März weltweit 542 700 Autos aus - 7,2 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. Die Kernmarke des weltgrößten Autoherstellers liefert fast jedes zweite Auto in China aus, im März setzte es daher auch weltweit einen weiteren herben Absatzdämpfer. Ein deutliches Verkaufsplus von 14 Prozent in den USA konnte den Rückgang in anderen Regionen nicht kompensieren.

Audi-Absatzdelle wird kleiner

Audi nähert sich bei den Verkäufen langsam wieder dem Vorjahresniveau. Im März lieferte die VW-Tochter weltweit 182 750 Autos aus, ein halbes Prozent weniger als vor einem Jahr. In Europa stieg der Absatz im März um 1,5 Prozent, in den USA um 1,1 Prozent und in China um 2,3 Prozent.

In Deutschland seien die SUV-Modelle einschließlich dem ersten vollelektrischen Audi e-tron stark gefragt, teilte das Unternehmen mit. Die Verkäufe im Heimatmarkt hätten um 6,6 Prozent zugelegt. Für den Elektro-SUV e-tron gebe es weltweit 20 000 Reservierungen, ein Drittel davon aus Norwegen. Im Mai starte der Verkauf in den USA, im zweiten Halbjahr in China.