Renault-Nissan

Im Ringen um die Machtverhältnisse bei Renault-Nissan sagt jetzt Wirtschaftsminister Macron: Unter keinen Umständen werde man einer Änderung bestehender Strukturen zustimmen. Bild: Archiv

Hatte es in den vergangenen Wochen Anzeichen gegeben, dass es im Ringen um die Machtverhältnisse bei Renault-Nissan eine Annäherung geben könnte, untermauert die Äußerung Marcons, dass die Regierung nicht gewillt ist, eine stärkere Rolle der Japaner zu akzeptieren. Anlass des Ärgers ist, dass der französische Staat seine Anteile am französischen Autokonzern von 15 auf 19 Prozent erhöht hat und über entsprechende Stimmrechte verfügt. Renault wiederum hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan. Umgekehrt halten die Japaner zwar 15 Prozent der Anteile an Renault, verfügen aber über keine Stimmrechte. In der Konsequenz hat so der französische Staat mehr Einfluss auf die Allianz als Nissan, obwohl die Japaner längst die Cash-Cow im Konstrukt sind.

Hatte sich das Nissan-Management lange nicht an den ungleichen Machtverhältnissen gestört, da Konzernchef Carlos Ghosn es verstanden hat, beide Konzerne zu ihrem Recht kommen zu lassen, geht den Japanern die Rolle der französischen Regierung offenbar zu weit. Vor einigen Wochen hatte das Nissan-Management sogar die japanische Regierung gebeten, vermittelnd einzugreifen. Zwischenzeitlich lag auch ein Vorschlag auf dem Tisch den Renault-Anteil an Nissan auf unter 40 Prozent von aktuell 43,4 Prozent zu senken. Nach französischem Recht könnte Nissan dann bei Renault über Stimmrechte verfügen.

Dem erteilte Macron mit seinen Aussagen jetzt eine glatte Abfuhr.

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fv