Kandi_Elektromobilität_USA

In Kürze offiziell in den USA kaufbar: der Elektro-SUV Kandi EX3. Bild: Kandi Technologies

| von Frank Volk

Ausgerechnet Kandi Technologies hat jetzt geschafft, woran schon eine Reihe chinesischer Hersteller gescheitert sind und worum sich aktuell etliche Autobauer aus dem Reich der Mitte bemühen: Als erster chinesischer Elektroautohersteller hat das junge Unternehmen jetzt die Genehmigung zum Verkauf von zwei Modellen in den USA erhalten. Dabei handelt es sich um den Elektro-SUV EX3 und den K22, einen für den Stadtverkehr konzipierten Elektro-Kleinwagen. 

Kandi hatte seine US-Pläne Anfang August 2018 publik gemacht und bei der Gelegenheit auch gleich die beiden Fahrzeuge vorgestellt, mit denen man in den Staaten reüssieren möchte. Nun ist es soweit: Die NHTSA erteilt grünes Licht für den Verkauf der Autos, die in China gebaut und von dort in die USA exportiert werden. Beim EX3 und dem K22 handle es sich um speziell für den US-Markt konzipierte Fahrzeuge. In deren Entwicklung seien Erkenntnisse aus intensiven Verbraucherbefragungen eingeflossen. Der kleine Stadt-Stromer K22 soll für 19.000 US-Dollar angeboten werden, der EX3 für knapp unter 30.000 US-Dollar. Für das laufende Jahr hat sich der chinesische OEM ein Absatzziel von 2.000 bis 5.000 Einheiten gesteckt.

Nicht lange aufgehalten haben sich die Chinesen mit dem Aufbau eines Vertriebsnetzes: Man hat im vergangenen Jahr kurzerhand einen großen Händler von Freizeitmobilen in Texas gekauft.

Die Genehmigung für den Markteintritt in USA bildet den vorläufigen Höhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung. So hat Kandi Technologies erst im Jahr 2013 mit dem Bau von Elektroautos begonnen. Freilich steht man unternehmerisch nicht ganz auf eigenen Beinen: Wichtiger Partner des Hersteller ist die Zhejiang Geely Holding, unter anderem größter Aktionär von Daimler und Besitzer von Volvo Cars.

Getrübt werden könnte die Freude auf chinesischer Seite allerdings durch den schwelenden Handelskonflikt zwischen China und USA. Kommt es hier zu gegenseitigen Strafzöllen, könnten die Kandi-Modelle schnell zum schwer verkäuflichen Gut werden. Die Investoren ficht das augenblicklich nicht an. Nach Bekanntwerden der Nachricht schoss die an der Nasdaq notierte Kandi-Aktie um 60 Prozent in die Höhe.