Carlos Ghosn Nissan

Zumindest nach außen gibt sich Carlos Ghosn gelassen mit Blick auf den höheren Staatsanteil bei Renault. – Bild: Nissan

Wie Ghosn am Montag (18. Mai) vor Reportern in Japan sagte, sieht er trotz des gestiegenen Staatseinflusses die Machtbalance zwischen dem französischen Autobauer und Nissan nicht beeinträchtigt. Die Partnerschaft sei stabil. Für das Tagesgeschäft gebe es keine Folgen.

Die französische Regierung hatte vor gut einem Monat ihren Anteil an Renault von 15 auf knapp 20 Prozent erhöht. Sie will so die französischen Interessen wahren. Renault warnte dagegen, dass der Schritt die Allianz mit Nissan gefährden könne. Die beiden Autokonzerne arbeiten seit 16 Jahren eng zusammen und haben ihre Partnerschaft kürzlich vertieft. Renault rettete die Japaner 1999 vor der Pleite und hält gut 43 Prozent an Nissan, die Japaner 15 Prozent an den Franzosen. Nissan ist aber inzwischen der deutlich stärkere Partner in der Allianz.

Für Aufregung hatte jüngst eine Äußerung von französischer Staatsseite gesorgt. Man wolle den gestiegenen Einfluss dahingehend geltend machen, eine “Nissanisierung” von Renault zu verhindern, hieß es. Das war ein klarer Schuss gegen Ghosn. Der als harter Sanierer bekannte Manager hat Nissan mit einer Rosskur wieder zurück auf die Erfolgsspur gebracht. Renault-Nissan ist inzwischen auch wichtiger Partner für den Daimler-Konzern. Erst jüngst haben die Autobauer die gemeinsam entwickelten Kleinwagen Smart und Twingo auf den Markt gebracht. Die Nissan-Premiumtochter nutzt die Mercedes A-Klasse als Basis für die Entwicklung der eigenen Kompaktmodelle Q30 und QX30. Diese Modelle werden auch gemeinsam in Mexiko produziert. Erst kürzlich hat Daimler den Bau eines Pickup auf Nissan-Basis beschlossen.

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fv