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Die Entwicklung des Marktwerts der großen OEMs weltweit spiegelt die Unsicherheit der Anleger wider, ob die Konzerne die Herausforderungen der Zukunft meistern werden.

| von Jonas Rosenberger

Die Marktkapitalisierung der acht höchstbewerteten Automobilhersteller (ohne Tesla) hat sich seit Ende 2014 von 566 Milliarden Euro auf 542 Milliarden Euro im Januar 2020 reduziert. Das entspricht einem Rückgang um 4,2 Prozent. Im gleichen Zeitraum legte der DAX um 37 Prozent zu, der Nasdaq gar um 113 Prozent. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Automotive Performance 2020“ des Center of Automotive Management (CAM), eine regelmäßige Untersuchung der globalen Automobilhersteller auf Basis von Geschäftsberichten und von Markt- und Innovationskennzahlen.

Nur Toyota gewachsen

Zwischen Ende 2014 und Anfang 2020 habe Toyota eine relevante Steigerung der Marktkapitalisierung erreicht. Wie das CAM erklärt, konnte der Hersteller einen Zuwachs um 16 Prozent auf derzeit 206 Milliarden Euro verbuchen. Toyota befindet sich damit in der Börsenwert-Rangliste der Fahrzeughersteller auf dem ersten Platz.

Mit einigem Abstand (92 Milliarden Euro) steht auf dem zweiten Platz Volkswagen. Die Wolfsburger haben seit Ende 2014 den Angaben zufolge einen Zuwachs von 6,1 Prozent verzeichnet. US-Autobauer Tesla steht mit einem Wert von 85 Milliarden (+ 268 Prozent) inzwischen knapp hinter VW. Tesla wird damit heute höher bewertet als General Motors (45 Milliarden Euro) und Ford (33 Milliarden Euro) zusammen.

Daimler und BMW fielen im Ranking je einen Platz zurück und wurden mit 52 Milliarden Euro (- 29 Prozent) beziehungsweise 48 Milliarden Euro (- 17 Prozent) bewertet. Ford und Nissan haben mit 33 Milliarden Euro (- 34 Prozent) und 21 Milliarden Euro (- 36 Prozent) ebenfalls einen rückläufigen Börsenwert verzeichnet.

Unsicherheiten zur Zukunft

„Die derzeit relativ niedrige Marktkapitalisierung der meisten etablierten Automobilhersteller liegt wesentlich an der Unsicherheit, ob beziehungsweise wie gut sie die Transformation in die Zukunftsfelder in den nächsten fünf bis zehn Jahren bewältigen. Sicher ist, dass einige etablierte Hersteller den Wandel nicht als unabhängige Player überleben werden“, sagt Studienleiter Stefan Bratzel. Vielen etablierten Herstellern fehle sowohl die kritische Größe für den investitionsintensiven Wandel als auch die notwendigen Technologien und Kompetenzen für die Mobilität der Zukunft.

„Die Erhöhung des Börsenwertes, das Unternehmen wie etwa Volkswagen oder Ford anstreben, wird nur gelingen, wenn die Innovationsstärke in den relevanten Zukunftsfeldern erkennbar erhöht werden kann. Dazu sind Kooperationen innerhalb und außerhalb der Branche notwendig sowie eine Fokussierung der Aktivitäten auf die Kernthemen der Transformation“, so Bratzel.

Die vollständige Studie „Automotive Performance 2020“ finden Sie auf der Internetseite des CAM.