Unter den Platzhirschen am brasilianischen Automarkt muss sich auch VW auf sinkende Marktanteile

Unter den Platzhirschen am brasilianischen Automarkt muss sich auch VW auf sinkende Marktanteile einstellen. Bild: VW

Es ist ein altes Spiel. Bricht ein Markt ein, verlieren die stark am Markt vertretenen Marken besonders viel. Das erleben aktuell in Brasilien die Top 5 der größten Marken, Fiat, Volkswagen, Chevrolet und Ford. Das Land am Zuckerhut durchleidet derzeit ein schwere Krise, besonders getroffen ist der Autosektor. Obwohl schon das Vorjahr enttäuschend verlaufen war, rauschten die Absatzzahlen in den ersten elf Monaten bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um 24,2 Prozent in den Keller, im Novemver lag das Minus bei deutlich über 30 Prozent. Im laufenden Jahr erwartet IHS Automotive nur noch eine Gesamtverkaufszahl von 2,43 Millionen Autos, 2016 einen weiteren Rückgang auf 2,1 Millionen Einheiten.

Bluten müssen in dieser Situation vor allem die Marken der Marktführer, wie eine aktuelle Analyse zeigt. So geht es mit den Fiat-Verkaufszahlen im Vergleich 2014 zu 2015 von knapp 700.000 Fahrzeugen auf 440.000 in den Keller, bei Volkswagen von 577.000 auf 361.000, bei GM-Marke Chevrolet von knapp 578.000 auf 379.000 und bei Ford von 308.000 auf 257.000. Dramatische Zugewinne verzeichnet – wenngleich von niedrigem Niveua kommend – lediglich Jeep mit einem Sprung von 3.307 auf 37.800 Fahrzeuge.

Der Einbruch ist freilich nicht nur der miserablen Marktverfassung geschuldet. Weiterer wichtiger Faktotr ist, dass viele Hersteller angesichts der langfristig guten Perspektiven in den Markt drängen, wie etwa Hyundai, Renault und Toyota. In Summe werde das auch mit Blick auf die nächsten fünf dazu führen, dass die Marktführer zwar vorne bleiben im Ranking, dabei aber ganz erheblich an Marktanteilen einbüßen werden, meint IHS Automotive. So werde der Marktanteil von Fiat von 23 Prozent im Jahr 2005 auf 18 Prozent im Jahr 2020 schrumpfen, der von VW im selben Zeitraum von 28 auf 17 Prozent, der Chevrolet-Anteil von 22 auf 13 Prozent und der von Ford von 13 auf 10 Prozent.

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Frank Volk