Volkswagen Russland Produktion

Als Reaktion auf den schwachen Rubel haben die internationalen Autobauer (im Bild die VW-Fertigung in Kaluga) die Produktionstiefe in Russland erhöht. Bild: VW

Das bedeutet einen Anstieg um rund 9,2 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres. Ein positives Signal sieht IHS Automotive darin allerdings nicht. Der höhere lokale Anteil sei eine Reaktion der Hersteller, um die für Importe kostentreibenden Auswirkungen des schwachen Rubel einzudämmen. Ob dieser Schritt entscheidend weiter hilft, ist offen. So beklagen Hersteller unisono die vielfach mangelhafte Qualität selbst bei einfachen Fahrzeugkomponenten. Entsprechend müssen viele Zulieferteile importiert werden, selbst wenn die Fahrzeuge nun verstärkt in Russland gebaut werden. Den höchsten lokalen Content seiner in Russland verkauften Autos hat mit Opel (99,7 Prozent) ausgerechnet der Hersteller, der beschlossen hat, die Fertigung zum Jahresende einzustellen. Auf den Plätzen folgen Ford (98,9%), Kia (98,6%), Chevrolet (98,4%) und Renault (98%). Auf den niedrigsten lokalen Fertigungsanteil kommen Mitsubishi, Toyota, Chery, Infiniti und Audi mit um die 50 Prozent.

Auch diese müssen sich laut IHS Automotive auf eine lange Durststrecke einstellen. Zwar würden die Monatsverluste im Rest des Jahres geringer ausfallen als in der ersten Jahreshälfte. Das läge aber an den schon sehr schwachen Vergleichszahlen aus dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwarten die Marktexperten ein Minus von 35,6 Prozent auf 1.61 Mio. Im nächsten Jahr werde es moderat auf 1.64 Mio. Einheiten nach oben gehen. Bis 2020 erwartet IHS einen Anstieg auf 2,65 Millionen Einheiten. Das sind dann immer noch deutlich weniger als die 2.95 Millionen verkauften Autos im bisherigen Rekordjahr 2012.

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Frank Volk